Oldenburg /Ulm Thorsten Leibenath macht sich auf einiges gefasst. „Oldenburg wird wahrscheinlich mit Schaum vorm Mund spielen“, sagte der Trainer von Ratiopharm Ulm, nachdem sich seine Mannschaft am Donnerstagabend im fünften Viertelfinal-Spiel gegen die Riesen Ludwigsburg durchgesetzt und damit für das Playoff-Halbfinale gegen die EWE Baskets qualifiziert hatte.

Tatsächlich könnte die Motivation der Oldenburger Basketballer vor der ersten Partie der „best-of-five“-Serie an diesem Sonntag (15 Uhr) in Ulm wohl kaum größer sein, bietet sich ihnen doch die Möglichkeit, eine alte Rechnung zu begleichen.

In der vergangenen Saison waren die Baskets nach einer grandiosen Hauptrunde (Platz zwei) euphorisch in die Playoffs gestartet – und wurden von Ulm gleich in der ersten Runde ins Tal der Tränen gestürzt. „Das war sehr, sehr bitter“, erinnert sich Baskets-Clubchef Hermann Schüller an die 1:3-Niederlage im Viertelfinale der Saison 2015/16, bei der Oldenburg den Ausfall von Robin Smeulders nicht kompensieren konnte und Ulms große Riege um Raymar Morgan und Augustine Rubit leichtes Spiel hatte.

Rubit und Morgan sind zwei von zahlreichen Akteuren in den aktuellen Kadern beider Teams, die bereits vor einem Jahr auf dem Parkett standen. „Unsere Spieler haben das Aus nicht vergessen“, sagt Schüller vor der Neuauflage des Duells, das unter komplett umgekehrten Vorzeichen steht.

So spielten diesmal die Ulmer eine überragende reguläre Saison, die sie auf Platz eins abschlossen und in der sie mit 26 Siegen in Folge sogar einen Bundesliga-Rekord aufstellten. Im Viertelfinale gegen Ludwigsburg tat sich die mit Ausnahmekönnern wie Per Günther, Chris Babb und Morgan gespickte Truppe allerdings äußerst schwer.

Die Oldenburger, die eine durchwachsene Hauptrunde absolvierten, gehen hingegen nach den überzeugenden Auftritten im Viertelfinale gegen Bayreuth (3:1) mit reichlich Rückenwind ins Halbfinale. „Ich bin optimistisch, weil wir noch nie so stark in die Playoffs gestartet sind wie in diesem Jahr“, meint Schüller, der den Aufschwung der vergangenen Wochen vor allem an den Leistungsexplosionen von Frantz Massenat und Maxime De Zeeuw festmacht. Aufbauspieler Massenat (durchschnittlich 17 Punkte) und Power Forward De Zeeuw (14,3) waren in den vier Partien gegen Bayreuth die besten Werfer der Oldenburger. „Was sie und Vaughn Duggins nach seiner langen Verletzung gezeigt haben, war beeindruckend“, sagt Schüller.

Vor dem Halbfinal-Auftakt an diesem Sonntag sieht der Geschäftsführer die Baskets im psychologischen Vorteil. „Den Heimvorteil zu haben, kann für Ulm auch belastend sein. Wir können dort befreit aufspielen“, sagt Schüller, der an den Finaleinzug glaubt: „Es wird knapp, aber wir werden es schaffen.“

Derweil legte Ludwigsburg am Freitag offiziell Protest gegen die Wertung des fünften Viertelfinal-Spiels in Ulm (81:91) ein, scheiterte aber damit. Riesen-Coach John Patrick war am Donnerstagabend kurz vor der Pause wegen des zweiten Technischen Fouls der Halle verwiesen worden. Die Ludwigsburger werfen den Schiedsrichtern vor, Patrick daran gehindert zu haben, Protest beim Technischen Kommissar einzulegen.

Laut Spielleiter Dirk Horstmann (Kamen) war den Schiedsrichtern kein Verstoß gegen die Regeln nachzuweisen. Dies teilte die BBL am Samstagvormittag mit.

Christopher Deeken Redakteur / Sportredaktion
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