Basel /Athen Haris Seferovic weinte bittere Tränen. Der frühere Bundesligaprofi von Eintracht Frankfurt hatte gerade mit der Schweiz das Ticket für die Fußball-WM 2018 in Russland gelöst – die Eidgenossen sind bei der vierten Weltmeisterschaft in Serie dabei. Doch statt ihr Team zu feiern, pfiffen einige der rot-weißen Fans in Basel den 25-jährigen Stürmer am Sonntagabend bei seiner Auswechslung gnadenlos aus.

Seferovic war nach dem letztlich ausreichenden 0:0 gegen Nordirland tief getroffen und auch bei seinen Teamkollegen trübte der Vorfall die Freude über die WM-Qualifikation. „Wir wollten mit ihm feiern, aber wir mussten ihn trösten“, sagte der Ex-Gladbacher Granit Xhaka. Noch deutlicher wurde Breel Embolo von Schalke 04: „Ich finde das sehr, sehr frech“, sagte der 20-Jährige: „Er hat gekämpft und wir wissen, wie wichtig er für uns ist.“ Embolo war in der 86. Spielminute für den im Abschluss unglücklichen Seferovic auf den Platz gekommen, nach dem 1:0-Auswärtssieg in Belfast war die „Nati“ zu diesem Zeitpunkt klar auf Kurs Russland.

Seferovic, mittlerweile Profi von Benfica Lissabon und Quali-Topscorer der Schweiz mit vier Toren und drei Vorlage, bekam die gestiegene Erwartungshaltung der eigenen Anhänger nach erfolgreichen Jahren hautnah zu spüren. „Die Pfiffe sind beschämend“, titelte die Zeitung „Blick“: „Es ist nach 2006, 2010 und 2014 die vierte Qualifikation in Folge. Ein Wunder für ein kleines Land, wie wir es sind.“ Einige Fans dürften „gerne mal kurz die Luft anhalten und in sich gehen“, kommentierte der „Tagesanzeiger“.

Im Gegensatz zu den Schweizern verpasste Griechenland das Ticket für die WM in Russland. Trainer Michael Skibbe denkt jedoch nichts ans Aufgeben. „Ich werde sicher weitermachen. Ich bin sehr froh, Trainer der griechischen Nationalmannschaft zu sein“, sagte Skibbe nach dem 0:0 im Playoff-Rückspiel gegen Kroatien.

Nach der 1:4-Pleite im Hinspiel war das Unentschieden zu wenig: Die Enttäuschung beim Europameister von 2004 war groß, Skibbe aber blickt aber nach vorne. Das Verhältnis mit dem griechischen Verband und den Spielern sei sehr gut, sagte er. Ob sein am 30. November auslaufender Vertrag aber tatsächlich verlängert wird, entscheidet der Verband.

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