Frage:  Warum wächst der Spargel im Oldenburger Land so gut?
Kraushaar: : Der Spargel wächst nicht nur im Oldenburger Land, sondern in vielen Teilen Niedersachsens sehr gut, da Spargel sandige und leichte Böden, etwa Geestböden, bevorzugt, die sich schnell erwärmen.
Frage:  Die ursprüngliche Herkunft liegt ja in Südeuropa und in Ägypten. Dort gibt es ganz andere Bedingungen als in unseren Gefilden. Ist der Spargel so anpassungsfähig?
Kraushaar: : Es gibt etwa 100 verschiedene Spargelarten, die in tropischen bis in die gemäßigten Gebiete hinein verbreitet sind. Daher ist der Spargel in sehr vielen Gebieten der Erde beheimatet. Erste Beschreibungen lieferte in der Antike der römische Staatsmann und Geschichtsschreiber Marcus Porcius Cato (234 bis 149 v.Chr.), wobei er sich wohl auf die Art Asparagus acutifolius bezog, eine wildwachsende Art im Mittelmeerraum. Der Spargel ist somit evolutionär eine sehr anpassungsfähige Pflanze.
Frage:  Folien sind mittlerweile fester Bestandteil des Spargelanbaus. Seit wann verwendet man diese Methode?
Kraushaar: : In standardisierter Verwendung werden Folien seit Mitte der 90er Jahre eingesetzt. Man kann nicht genau sagen, wer damit angefangen hat. Spargel wurde schon immer mit unterschiedlichen Techniken angebaut. Die Römer nutzten zur Bleichspargelproduktion etwa umgedrehte Tontöpfe. So wie sich Kulturtechniken anderer Kulturen, etwa in der Landwirtschaft allgemein oder im Obstbau, im Laufe der Jahrhunderte entwickelt haben, geschah dies auch mit Spargel. Zu Catos Zeiten wurde wilder Spargel noch gepflückt und gesammelt.
Frage:  Welche Steigerung gibt es dadurch beim Ertrag? Wieviel eher kann geerntet werden als ohne Folie?
Kraushaar: : Eine Ertragssteigerung im Vergleich zu grün geerntetem Spargel gibt es durch den Anbau unter Folie schon. Die größten Ertragssprünge hat jedoch die Züchtung gebracht. Spargel ganz ohne Folie wird meist erst ab Mai geerntet. Mit unterschiedlichen Folien-Kombinationen kann heute schon Ende März geerntet werden.
Frage:  Natürlich erfreut die frühe Ernte auch die Spargelliebhaber. Wie hoch ist der Andrang mit dem Stechen des ersten Spargels?
Kraushaar: : Der Saisonstart ist traditionell im Spargel etwas Besonderes. Die Nachfrage wird allerdings auch von der Witterung beeinflusst. Ist es im April noch eher winterlich, ist sie noch nicht ganz so hoch. Dennoch ist sie vorhanden. Die zurückliegenden Jahre haben mit den hohen Sonnenscheindauern und recht hohen Temperaturen im Frühjahr jedoch für eine hohe Nachfrage direkt zum Saisonbeginn geführt.
Frage:  Wie sieht es mit der Umwelt aus?
Kraushaar: : Die im Spargel eingesetzten Folien sind aus reinem Polyethylen. Diese sind generell sehr einfach und gut recycelbar, da sie keine Zumischprodukte enthalten, die aufwändig aufbereitet werden müssten. Zudem verbleiben, auch aus Kostengründen, die Folien für die gesamte Dauer der Kultur zur Verwendung auf einer Spargelfläche – das sind immerhin zehn Jahre.
Frage:  Sind die rein weißen Stangen nur bei uns so beliebt?
Kraushaar: : Weltweit gesehen ist der Anbau von bleichem Spargel auf hohem Niveau, geschätzt um die 40 bis 50 Prozent. Daher würde ich nicht sagen, dass es sich bei bleichem Spargel um eine rein deutsche Vorliebe handelt. Was allerdings vorwiegend ein deutsches Phänomen ist, sind die anthocyanfreien Grünspargelsorten. Das sind spezielle Züchtungen, die nicht mehr rot anlaufen, sobald sie das Sonnenlicht erblicken. Das ist in Deutschland jedoch rein auf die entsprechende Nachfrage zurückzuführen.
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.