Vor einigen Tagen war es wieder so weit. Kürbisfratzen, Gespenster, Skelette und vieles mehr, so weit das Auge reicht und was der Handel hergibt. Kinder und Erwachsene verwandeln sich in schaurige Gestalten; klingeln an Haustüren, feiern Partys: Halloween.

Natürlich ist mir klar, dass Hallowen für die meisten einfach nur ein riesiger Spaß mit Gruselfaktor ist. Schaut man jedoch auf die Wurzeln von Halloween, dann lässt sich schon ein gemeinsames Grundthema zum Gedenktag Allerseelen entdecken, das die katholische Kirche heute – am 2. November – begeht.

Zunächst: Halloween ist nichts anderes als eine Abkürzung von „All hallow’s evening“, bezeichnet somit den Vorabend von Allerheiligen. In jener Nacht – so glaubte man – kommen die toten Seelen auf die Erde zurück. Man hatte Angst vor diesen Wesen aus der Anderswelt. Um sich davor zu schützen, höhlte man Steckrüben, später Kürbisse aus, schnitzte furchterregende Gestalten hinein und stellte sie mit einer Kerze ins Fenster, um die gefürchteten Wesen zu vertreiben. Durch Verkleidung hoffte man, nicht erkannt zu werden oder selbst die Geister zu erschrecken. Man gab den Bedürftigen in der Hoffnung, durch die gute Tat von Unheil verschont zu bleiben.

Auch an Allerseelen geht es um die Verstorbenen, um Leben und Tod, jedoch unter einem ganz anderen Vorzeichen. Hier regiert nicht die Angst, sondern die Zuversicht. Wenn wir in diesen Tagen in der katholischen Kirche die Gräber der Verstorbenen segnen, wenn wir dort Lichter aufstellen, ihre Namen in den Gottesdiensten erwähnen und Eucharistie feiern, dann verleihen wir unserer Zuversicht und unserem Glauben Ausdruck: dass alle Menschen, die unsere Gegenwart verließen, in der liebenden Wirklichkeit Gottes aufgehoben sind. Wir feiern das Leben, nicht den Tod. Wir feiern die Hoffnung, nicht die Angst. Wir feiern das, was der Schweizer Dichter Kurt Marti in einem seiner Gedichte zu Allerseelen so ausgedrückt hat: Sterblich ist auch das Sterben. Möge diese Zuversicht in Ihnen wachsen und Ihnen Kraft zum Leben schenken!

Michaela Voorwold ist Pastoralreferentin und katholische Seelsorgerin Klinikum Oldenburg/Reha-Zentrum Oldenburg.

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