Gute Freunde sind rar gesät. Dieser aber ist ein ganz Besonderer. Es ist so jemand, der gute Laune verbreitet nur weil er da ist. Er geht auf Menschen zu, ist humorvoll und ein gerngesehener Gesprächspartner. Er ist grundehrlich, vertrauenswürdig, absolut verlässlich, außerordentlich hilfsbereit, und er ist da, wenn man ihn braucht.

Und er ist das, was die Bibel „gottesfürchtig“ nennt, er ist fest in seinem Glauben verankert. Wir kennen uns seit Langem, besonders hat uns die langjährige, gemeinsame Arbeit im Gemeindekirchenrat zusammengeführt. Er ist stets in vorderster Reihe dabei, wenn es um Unterstützung und Mithilfe bei den vielfachen Projekten in der Gemeinde geht. Und er ist eine Fundgrube an Lösungen für die verschiedensten, gerade auch technischen Probleme. Er ist ein wahres Vielseitigkeitstalent.

Wenn wir beide zusammenkommen, dann reicht die Zeit meistens nicht, so viel haben wir uns zu erzählen. Über Aktuelles: Was muss die Kirche anders machen, wie können wir die Jugend begeistern, wie Familien gewinnen? Aber auch über gemeinsam Erlebtes, wie unsere Reise ins Heilige Land, gibt es viel zu erzählen.

So ist es auch jetzt, wo ich an seinem Bett auf der Onkologiestation im Krankenhaus sitze. Vor wenigen Wochen erst hatte er die Diagnose bekommen, und die ersten chemotherapeutischen Anwendungen zehren deutlich an seinen Kräften. Wir reden über „früher“, als er den letzten Arztbericht erwähnt und mir sagt, dass es nun kaum noch Hoffnung gäbe und dass es wohl bald zu Ende gehe. Das wirbelt meine Gedanken durcheinander und für einen Moment denke ich: „Warum er, und warum jetzt?“ Als hätte er meine Fragen erahnt, sagt er ganz ruhig: „Weißt Du, der Herr ist doch mein Hirte und mir wird nichts mangeln,…“. Und dann: „Wir fallen doch nicht tiefer als in Seine Hand.“ Diese Worte in dieser Situation berühren mich doch sehr und gehen mir noch lange nach unserem Abschied, es wurde unser letzter, nach. Auf dem Heimweg geht mir eines seiner Lieblingslieder nicht aus dem Kopf: „Von guten Mächten wunderbar geborgen…“. (EG 65, Vers 7)

Einen gesegneten Sonntag!

Walter Karch ist Sprecher des Ev. Militärseelsorgebeirates Oldenburg.

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