Delmenhorst In gewisser Weise leisten sie Pionierarbeit an ihrer Schule: Seit vier Wochen testet die Klasse 9a des Gymnasiums an der Willms­straße im Mathematikunterricht den Einsatz einer Mathe-App für den Tablet-PC im Unterricht. Per Wireless Local Area Network (WLAN) können die Schülerinnen und Schüler mit ihren Tablets mit einem Beamer kommunizieren, der dann die jeweiligen Bildschirminhalte auf eine Leinwand projiziert. Ermöglicht wurde der Test durch eine Kooperation eines südkoreanischen Elektronikkonzerns mit einem deutschen Schulbuchverlag.

„Die App ersetzt den Taschenrechner“, erzählt Mathelehrer Klaas Wiggers. Der 36-jährige Studienrat arbeitet für den Schulbuchverlag, der sie entwickelt hat, als Autor und ist in die (Weiter-)Entwicklung des Tablet-Programms eingebunden. Der Testlauf in der 9a dauert ein knappes Jahr, so lange können die Schüler die Tablets behalten und auch für private Zwecke nutzen.

Am Montag steht der zweite Strahlensatz auf dem Unterrichtsplan. Nachdem grundlegende Verständnisfragen geklärt sind, sollen die Jugendlichen in Zweier- und Dreiergruppen mit der Video-App ihrer Tablets Lernvideos erstellen – ein von Wiggers vorbereitetes Papier mit ähnlichen Dreiecken dient als Vorlage. Am Freitag wird das Gelernte auf herkömmliche Art abgefragt. In einer Klassenarbeit, mit Papier, Geodreieck und Stift. Das Schreiben werden die Jugendlichen also nicht verlernen.

Klaas Wiggers sieht im Einsatz von Tablets in Verbindung mit einem Beamer eine kooperative Lernform, die den Frontalunterricht ergänzen oder gar ersetzen könnte. Auch in anderen Fächern soll das Tablet erprobt werden. Möglicherweise, so Wiggers, könnten ab dem kommenden Jahr gedruckte Schulbücher durch digitale Ausgaben ersetzt werden.

„Wir wollen evaluieren, was der wirkliche Vorteil ist, wo es uns etwas bringt und wo der Nutzen begrenzt ist“, sagt Schulleiter Stefan Nolting. Im Moment habe man nicht die Absicht, die gesamte Schule zu digitalisieren.

Wolfgang Bednarz Delmenhorst / Redaktion Delmenhorst
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