Wildeshausen Als Reaktion auf den demografischen Wandel ist der neue Seniorenstützpunkt des Landkreises Oldenburg seit dem 1. Oktober am Start. Es ist zugleich eine Antwort auf den Antrag der Kreis-Seniorenvertretung, eine zentrale Anlaufstelle neben dem existierenden Pflegestützpunkt für ratsuchende Senioren zu schaffen. Das Beratungsangebot richtet sich an die Generation der über 60-jährigen Frauen und Männer.

Während die Zahl der Senioren im Kreisgebiet von 2011 bis 2018 von 32 003 auf 36 415 Menschen und somit um rund 13,8 Prozent stieg, wird bis 2030 eine Anzahl von rund 48 000 über 60-Jähriger prognostiziert. Ihr Bevölkerungsanteil soll zukünftig 38,5 Prozent und damit einen weitaus höheren Anteil als heute (28 Prozent) ausmachen.

„Stützpunkt ist wichtig“

„Diese Zahlen verdeutlichen, dass die Einrichtung des Seniorenstützpunktes richtig wie wichtig ist“, erklärt Landrat Carsten Harings. Nicht nachvollziehen kann er indes die aus Sicht der Verwaltung völlig überzogene Kritik, die Jürgen Lüdtke, Vorsitzender der Kreis-Seniorenvertretung, bereits vorab geäußert hat. „Der Seniorenstützpunkt ist seit acht Tagen offiziell in Betrieb. Nach sieben Tagen gibt es vom Vorsitzenden deutliche Kritik und er bezeichnet den Stützpunkt als Mogelpackung. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit stelle ich mir anders vor“, zeigt sich Harings verstimmt und fährt fort: „Wir sollten doch nun erst einmal die tatsächlichen Ergebnisse und Erfolge der aufgenommenen Arbeit abwarten, bevor wir sie bewerten können. Ich wünsche mir für die Zukunft einen zielführenden Dialog im Sinne der Senioren und Seniorinnen im Landkreis.“

Die Seniorenvertretung hat laut ihren Statuten eine beratende Funktion. Sie kann dem Kreistag sowie der Verwaltung Empfehlungen und Vorschläge unterbreiten, ist jedoch nicht weisungsbefugt.

Eine zentrale Aufgabe des Seniorenstützpunktes wird es nach Darstellung der Kreisverwaltung sein, individuelle Antworten auf folgende Fragen und Problemlagen zu geben: Wie und wo finde ich eine Unterstützung im Alltag (z.B. beim Einkaufen) und bei der Freizeitgestaltung (z.B. Kultur- und Bildungsangebote)? Was muss ich tun, um meine Wohnung seniorengerecht zu gestalten und welche (finanziellen) Unterstützungsmöglichkeiten kann ich in Anspruch nehmen?

Welche Wohnformen gibt es im Landkreis für Senioren (z.B. Alten- oder Pflegewohngemeinschaften)? Gibt es für mich Sozialleistungen, die ich in Anspruch nehmen kann? Im Seniorenstützpunkt werden nicht nur ältere Menschen, sondern auch deren Angehörige über bestehende Möglichkeiten informiert, beraten und unterstützt.

Am Leben teilnehmen

Ziel des Seniorenstützpunktes ist es, Angebote und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie selbst alleinstehende, ältere Menschen am Leben in der Gemeinschaft möglichst selbstbestimmt teilnehmen können. Andererseits sollen auch interessierte Bürger über Möglichkeiten eines ehrenamtlichen und bürgerschaftlichen Engagements in der Seniorenarbeit (z.B. als Senioren- und oder Wohnberater) informiert und als ehrenamtlich Tätige in der Seniorenarbeit gewonnen werden.

„Mit Dr. Ina-Maja Lemke-Eger und Inca Schröder werden zwei, in Fragen des Alters erfahrene Kolleginnen den Seniorenstützpunkt mit Leben füllen“, freut sich Christiana Dölemeyer, Leiterin des Amtes für Teilhabe und Soziale Sicherung.

Ansprechpartnerin für alle Fragen rund um Alter sowie zuständig für den Einsatz von Wohnberatern, die die Senioren oder Interessenten beim altersgerechten Wohnen unterstützen, ist Inca Schröder. Sie ist unter Telefon  0 44 31/ 8 54 42, per E-Mail unter inca.schroeder@oldenburg-kreis.de und nach Vereinbarung auch für persönliche Gespräche im Kreishaus von montags bis freitags zwischen 9.30 und 13 Uhr zu erreichen.

Für Fragen der Netzwerk-, Projekt und Öffentlichkeitsarbeit sowie für die Koordination der Aus- und Fortbildung ehrenamtlicher Seniorenbegleiter bzw. Wohnberater ist die Beauftragte für Fragen des Alters, Ina-Maja Lemke-Eger, die Ansprechpartnerin. Sie hat die Telefonnummer 0 44 31/ 8 56 52 und die E-Mail ina-maja.lemke-eger@oldenburg-kreis.de.

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