Ovelgönne Ein voller Saal im „König von Griechenland“ in Ovelgönne: Dr. Henning Scherf zieht Besucher an. Der frühere Bremer Bürgermeister ist bekannt für seine Publikumsnähe. Er versteht es, das Publikum zu begeistern.

Eingeladen zum Vortrag des Bremers „Das Leben ist bunt“ hatte der Verein „Von Mensch zu Mensch – Diakonie für Ovelgönne“, anlässlich des zehnjährigen Bestehens. Musikalisch begleitet wurde der Vortrag vom Mühlenensemble der Ovelgönner Mühle; die Mitglieder haben allesamt auf eine Gage verzichtet.

Henning Scherf, auch ein versierter Musiker, zollte Respekt, wie sich die Musiker der Mühle einbringen. In seinem Vortrag, dabei immer in Bewegung durch den Saal, suchte der Bremer gekonnt den Dialog, auch mit Bürgermeister Christoph Hartz. Dem Verein machte er ein großes Kompliment: „Wir machen etwas gemeinsam. Ihr seid ein Vorbild für Ovelgönne und die Wesermarsch.“

Scherf ging auf die Veränderung und Ansprüche in der Gesellschaft und aktuelle Pflege ein. Sein Rat: „Vor Ort bleiben, da wo man sich kennt, und bis ins hohe Alter zusammen bleiben.“ Scherf: „Alte und Junge können etwas gemeinsam machen.“

Wichtig sei, im Alter nicht die Hände in den Schoss zu legen. Vielmehr solle man Aufgaben, etwa im ehrenamtlichen Bereich, annehmen mit dem guten Gefühl „Ich bin noch gefragt.“

Er ging auch auf das Mehrgenerationenhaus ein, in dem er mit seiner Frau in Bremen lebt. Das funktioniere nach drei Prinzipien: „Kochen, Begleitung, helfen“. Auch Trauerarbeit sei wichtig, um ins Leben zurück zu finden.

Schließlich „überredete“ Scherf sein Publikum, dreistimmig im Chor zu singen – mit einem Lächeln. Und die Besucher machten stimmgewaltig mit.

Für Dr. Hennig Scherf war dieses mehrstimmige Singen sichtbar eine Freude. Der ehemalige Politiker und erfolgreiche Buchautor feiert an diesem Mittwoch (Reformationstag) seinen 80. Geburtstag. Seine Gage gibt er zu 100 Prozent weiter an „Pan y Arte“ (Brot und Kunst) für Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit in Nicaragua, einem der ärmsten Länder Mittelamerikas.

Die 1. Vorsitzende des Vereins „Von Mensch zu Mensch“ Petra Heinemann zeigte sich sehr zufrieden mit der Veranstaltung: „Mit so einem vollen Saal haben wir nicht gerechnet.“ Der Verein setzt sich in der Gemeinde Ovelgönne für die Förderung der Altenpflege, des öffentlichen Gesundheitswesens, für die Unterstützung sozial schwacher Familien, für die Förderung von Kindern und Jugendlichen sowie für die Unterstützung hilfsbedürftiger Personen ein. Mit großen Engagement bringen sich ehrenamtlich neben der Vorsitzenden die 2. Vorsitzende Elke Ostendorf, der Geschäftsführer Hergen Koopmann sowie Katja Röker, Heike Stöver, Mathias Folkerts und Frank Meißner ein. Hergen Koopmann: „Im Verein wird gute Teamarbeit ohne Hierarchie gelebt.“

Die Hilfen werden durch Zinserträge des Vereinskapitals und durch Spenden finanziert. In den vergangenen zehn Jahren wurden 30 000 Euro ausgeschüttet. Unterstützung gab es etwa bei der Finanzierung des Gemeindebusses, rund zwei Drittel der Anschaffungskosten hat der Verein übernommen.

Aktuell geht es um die Anschaffung von Defibrillatoren für alle vier Sporthallen in der Gemeinde. In Oldenbrok und Ovelgönne sind sie schon vorhanden. Großenmeer und Neustadt folgen nun. Das Motto bei allen Individualhilfen: „Hilfe auf Augenhöhe“.

Aus diesem Grund, so der Verein, hatte man mit Dr. Henning Scherf einen Mann eingeladen, der diese Motto schon jahrzehntelang lebt.

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