Rostock /Oldenburg Wegen Computerproblemen sind die niedersächsischen Finanzämter derzeit praktisch lahmgelegt. Nachdem zunächst eine Welle gefälschter E-Mails die Rechner der Steuerverwaltung überflutet hatte, schaltete sich in der Nacht zum Dienstag das Steuerrechenzentrum des IT-Dienstleisters Dataport in Rostock ab. Von dessen Ausfall sind alle 141 Finanzämter der Länder Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen betroffen.

Grund für den Ausfall war nach Angaben des Landesamtes für Steuern ein „Lasttest“, bei dem es zu einer technischen Störung kam. Diese habe zum Ausfall der Kühlsysteme geführt. In der Folge hätten sich alle Systeme im Rechenzentrum abgeschaltet.

Auch im Finanzamt Oldenburg ging am Dienstag fast nichts mehr, bestätigte Leiter German Unland. Eine Bearbeitung der meisten Steuerunterlagen war ohne Zugriff auf das zentrale System nicht möglich. „Wir können noch nicht einmal Fragen zu einzelnen Steuererklärungen beantworten, weil wir an die Daten nicht herankommen.“ Ein Großteil der Mitarbeiter nutzte daher die Zeit, um liegengebliebene Dinge, die ohne das System möglich sind, abzuarbeiten oder um Überstunden abzubauen.

Obwohl der Fehler bereits behoben worden sei, blieben die Systeme aus Sicherheitsgründen abgeschaltet, bis ein stabiler Betrieb sichergestellt ist, so das Landesamt. Am Mittwochnachmittag sollen zunächst die Systeme für Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein wieder bereitgestellt werden. Die Systeme für Bremen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen sollen am Freitag wieder voll arbeitsfähig sein.

Ein Zusammenhang zur Spam-Welle, die bereits seit dem 21. Mai die Arbeit behindert, besteht nach Angaben des Landesamtes nicht. Dabei war versucht worden, über Dateianhänge den Trojaner „Emotet“ zu installieren. Um das zu verhindern, ist die Annahme entsprechender E-Mails zurzeit blockiert. Aufgrund „fortdauernder Sicherungsmaßnahmen“ sei noch nicht abzusehen, wann wieder alle E-Mails angenommen werden können.

Der Blaulichtblog für den Nordwesten

Jörg Jung Redakteur / Newsdesk
Patrick Buck stv. Redaktionsleiter / Redaktion Oldenburg
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.