Oldenburg /Berlin „Miese Nummer, muss man sagen“, sagt Jan König, Hauptgeschäftsführer vom Handelsverband Nordwest in Oldenburg, auf das geplante Verbot von Plastiktüten angesprochen. Was die Bundesregierung da plane, sei ein Wortbruch. „Wir haben unser Ziel schon lange erreicht und arbeiten noch weiter an Plastikvermeidung“, sagt er mit Blick auf den Einzelhandel.

Wenn König von Wortbruch spricht, dann meint er: Seit 2016 gibt es die freiwillige Selbstverpflichtung des Handels, Plastiktaschen an der Ladenkasse nicht kostenlos rauszugeben. Als dies vereinbart wurde, sei ein Verbot nur als Mittel, wenn die Ziele nicht eingehalten werden, besprochen worden.

„Die von der EU vorgegebene Zielsetzung haben wir mit einem Jahresverbrauch von 20 Tüten pro Kopf aber schon deutlich unterschritten“, so König. „Und die Branche ist dabei, dies noch weiter zu drücken.“ Deswegen habe man mit einer erneuten Verbotsdiskussion auch gar nicht gerechnet.

Nach dem Gesetzesentwurf von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) sollen künftig nur Plastiktüten mit einer Wandstärke von weniger als 15 oder mehr als 50 Mikrometern vom Verbot ausgenommen sein. Letztere sind robuste Tragetaschen, erstere die dünnen Tüten an der Obsttheke. Verboten werden sollen also die Plastiktüten, die an der Kasse bereitliegen.

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Während sich die Diskussion vor allem im Einzelhandel abspielt, gibt es noch eine Branche, die die Entwicklung genau im Auge behält: Imbisse. „Unsere Tüten würden nicht unter das Verbot fallen“, sagt Hardy Ekkenga (49) von „Hardy’s al Dente“ in der Oldenburger Innenstadt. Was für den Gastronom aber nicht bedeutet, dass er gern Plastiktüten nutze. „Wir suchen schon lange nach Alternativen“, so Ekkenga. Doch: „Es gibt bisher keine guten Alternativen, die allen Ansprüchen genügen.“ Pappe verfälsche zum Beispiel den Geschmack oder sei durchlässig, wenn Soße danebengeht. Auch an die Kosten müsse man denken. „Aber wir suchen weiter.“

Claus Arne Hock Redakteur / Online-Redaktion
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