Delmenhorst /Cloppenburg Aufgrund der hohen Zahl von Corona-Neuinfektionen sind in Delmenhorst verschärfte Maßnahmen in Kraft getreten. In der 82 000-Einwohner-Stadt gilt seit Dienstag eine Sperrstunde für gastronomische Betriebe von 23 bis 6 Uhr. Dabei handele es sich aber nicht um eine Ausgangssperre, so die Verwaltung. Private Treffen sind jedoch auf maximal zehn Personen aus zwei Haushalten eingeschränkt, und die Maskenpflicht wurde ausgeweitet.

Ministerpräsident gegen Abriegelung

Niedersachsens Regierungschef Stephan Weil hat trotz steigender Corona-Zahlen eine Abriegelung von Risikogebieten abgelehnt. „Davon halte ich nichts“, sagte der SPD-Politiker. „Wir sind nicht in China und haben es auch bis jetzt im Rahmen unseres offenen Systems geschafft, die Pandemie in Grenzen zu halten.“

Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, hatte zuvor eine Sperre für Risikogebiete ins Spiel gebracht. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte dazu gesagt: „Das halte ich für überzogen und nicht für angemessen.“ Dennoch gilt gerade für den bayerischen Hotspot Berchtesgadener Land eine Art Ausgangssperre.

Ausgangsbeschränkungen wie im besonders stark von Corona betroffenen bayerischen Kreis Berchtesgadener Land gelten in Delmenhorst noch nicht. Es solle zunächst mindestens eine Woche abgewartet werden, ob die Maßnahmen Wirkung zeigten, hieß es bei der Stadtverwaltung. „Es gibt hier schon eine gewisse Anspannung. Viel mehr Menschen sind mit Maske unterwegs. Alle hoffen, dass es wieder runter geht“, sagte Stadtsprecher Timo Frers am Dienstag.

Nach Angaben des Landesgesundheitsamtes von Dienstagvormittag stieg die Zahl der laborbestätigten Fälle in Niedersachsen gegenüber dem Vortag um 381 auf 26 512 Fälle. Spitzenreiter war nach wie vor die Stadt Delmenhorst mit einem Wert von 211,5 Fällen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Die Stadt selbst gab diesen sogenannten Sieben-Tage-Inzidenzwert mit 214,6 an (Dienstagmittag).

Am zweitstärksten betroffen in Niedersachsen ist der Kreis Cloppenburg. Nach den Zahlen des Landesgesundheitsamtes von Dienstagvormittag lag der Sieben-Tage-Inzidenzwert hier bei 145,3. Die Kreisverwaltung meldet 33 Neuinfektionen. Eine Frau aus Emstek, die mit dem Coronavirus infiziert war, ist gestorben – das dritte Todesopfer im Landkreis seit Ausbruch der Pandemie. Auch im benachbarten Kreis Vechta gibt es ein weiteres Todesopfer zu beklagen.

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