BERLIN Weltrekord für Britta Steffen, Europarekord durch Daniela Samulski, nationale Bestmarken im Minutentakt – doch Deutschlands Spitzenschwimmer können sich mit der neuen Kleiderordnung nicht so recht anfreunden. „Mein neuer Anzug wird nächstes Jahr verboten – und das ist auch gut so“, sagte Doppel-Olympiasiegerin Steffen nach ihrer sensationellen Bestmarke von 52,82 Sekunden über 100 Meter Freistil.

Seine zweite Medaille bei den Titelkämpfen verpasste derweil der Oldenburger Jan David Schepers. Nach Bronze über 400 Meter Lagen am Vortag wurde er über 200 Meter Lagen Vierter. In 2:03,34 Minuten musste er sich Yannick Lebherz (Darmstadt/2:01,02), Tim Wallburger (Neukölln/ 2:02,57) und Felix Wolf (Potsdam/2:02,94) knapp geschlagen geben.

Mit der Freude hielt sich die 25-jährige Steffen nicht lange auf, sondern sprach unverblümt über das Hauptproblem des Schwimmsports. „Mein neuer Anzug ist wie von einem anderen Stern, man schwimmt wie auf einer Luftmatratze. Ich bin über eine Sekunde schneller“, sagte Steffen, die sich bei ihrem Vorlauf noch nicht einmal verausgabt hatte. Die Favoritin für die WM in Rom Ende Juli fügte kopfschüttelnd hinzu: „Wo soll das noch hinführen?“

Steffen wusste die Umstände des Rekords gut einzuordnen. „Diese Materialschlacht macht den Schwimmsport kaputt“, sagte sie. Erst vor einer Woche war sie im neuen Modell ihres Ausrüsters das erste Mal im Training geschwommen.

Mit neuem Material purzelten die Rekorde am Donnerstag in Berlin schon in den Vorläufen. Die Essenerin Samulski (Essen) verbesserte den Europarekord über 50 Meter Rücken um zwei Zehntel- auf 27,85 Sekunden und unterbot damit auch die WM-Norm um 37 Hundertstel.

Die nationale Bestmarke über 50 Meter Rücken fiel gar im Minutentakt. Zunächst legte Helge Meeuw (Frankfurt/Main) 24,74 Sekunden vor, dann holte sich der entthronte Thomas Rupprath (Rostock) seinen Rekord in 24,73 Sekunden zurück. „Ein Teil ist auf jeden Fall der Anzug“, sagte Meeuw. „Ich bin eigentlich gegen diese Entwicklung, aber was soll ich machen? Ich würde ja nicht mehr ernst genommen, wenn ich in Badehose antrete.“

Über 50 Meter Brust löschte der Essener Hendrik Feldwehr in 27,37 Sekunden den Rekord von Mark Warnecke.

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