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A293 in Oldenburg
Spätestens Freitag wieder freie Fahrt auf der Autobahn

HERZLAKE /VANCOUVER /OLDENBURG In seinem Element ist Josef Giesen nur wenige Wochen im Jahr. Da im Emsland naturgemäß selten Schnee liegt, trainiert der 48-jährige Biathlet aus Herzlake das Jahr über meist auf Rollerskiern oder Inline-Skatern. Nur bei Weltcup-Wettbewerben oder Trainingslagern ist Giesen dann im Winterhalbjahr in schneesicheren Gebieten unterwegs.

Bei den Paralympics in Vancouver, die an diesem Freitag eröffnet werden, wird der gebürtige Löninger exzellente Bedingungen vorfinden. Obwohl Giesen zu den Stars der Szene zählt und vor vier Jahren bei den Paralympics in Turin im Rennen über 7,5 Kilometer die Silbermedaille gewann, sieht er sich in Kanada nicht als Favorit: „Dort eine Medaille zu gewinnen, wird sehr, sehr schwer.“

Giesen ist contergangeschädigt und schießt beim Biathlon mit einem speziell für ihn angefertigten Gewehr, das er mit seinen verkürzten Armen bedienen kann.

Seine Behinderung hat ihn zu keiner Zeit davon abgehalten, Sport jedweder Art zu betreiben. Nachdem er viel Zeit und Energie ins Schwimmen gesteckt hatte, folgte in den 80er-Jahren eher zufällig der Einstieg in den Skisport – Giesen lebte damals im Sauerland. Als dann aber aufgrund eines Sturms ein Alpin-Wettbewerb ausfiel, meldete sich Giesen für einen Wettbewerb im Skilanglauf. Dabei überzeugte er den damaligen Bundestrainer, der ihn zum Wechsel in die Loipe überredete. Fortan startete Giesen im Langlauf und auch im Biathlon, das sich zu seiner Paradedisziplin entwickelte.

Einen Sieg bei den Paralympics hat Giesen bereits zu Buche stehen. Bei den Spielen 2002 in Salt Lake City hatte er zunächst Silber gewonnen. Später wurde dann der Sieger, Thomas Oelsner aus Oberhof, des Dopings überführt. Giesen rückte auf Rang eins nach, konnte sich wegen der Umstände über sein Gold aber nicht recht freuen. Er selbst bezeichnet sich noch heute als Silbermedaillengewinner.

Zwei Jahre zuvor, im Jahr 2000, hatte Giesen in seinem Beruf als Technischer Zeichner seine Erwerbsunfähigkeit beantragen müssen. Seitdem konzentriert sich der verheiratete Vater einer erwachsenen Tochter komplett auf den Sport. Private Sponsoren machen dies möglich, „ohne die ich meinen Sport nicht ausüben könnte“, sagt Giesen. Erfolge und Medaillen sind natürlich eine Motivation für den 48-Jährigen. Zum anderen hofft er, durch sein Beispiel auch andere Behinderte zu motivieren, aktiv am Leben teilzunehmen. Giesen: „Das Wichtigste im Leben ist, mit sich selbst zufrieden zu sein.“

Homepage des Athleten:

www.josefgiesen.de

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