BUXTEHUDE Die Stadt will Gewalt rechtzeitig vorbeugen. Kindergärten und Schulen beteiligen sich.

VON WOLFGANG HEUMER BUXTEHUDE - Auf dem Land gilt die Welt fälschlicherweise als noch in Ordnung. „Auch dort haben 75 Prozent aller Schüler schon Gewalt unter Jugendlichen zu spüren bekommen“, sagt der Experte des Landeskriminalamtes (LKA) Niedersachsen, Gerald Blödorn. Damit die Welt wieder in Ordnung kommt, will die Stadt Buxtehude (Kreis Stade) jetzt rechtzeitig und umfassend vorbeugen. Am Donnerstag startete ein nach offiziellen Angaben bundesweit einmaliges gemeinsames Präventionsprojekt aller 16 Kindergärten, 12 Grund- und weiterführenden Schulen.

Seit dem ein ehemaliger Schüler 2002 am Erfurter Gutenberg-Gymnasium 17 Menschen und sich selbst erschoss, suchen Experten bundesweit nach vorbeugenden Mitteln gegen die wachsende Gewalt unter jungen Menschen. In Kindergärten, vor allem aber in Schulen steht das Thema auf dem Tagesprogramm. „Einzelne Präventionsmaßnahmen verfehlen jedoch ihre Wirkung“, berichtet die Vorsitzende des Präventionsrates Buxtehude, Katja Oldenburg-Schmidt. „Um wirklich etwas zu erreichen, müssen die Angebote für die unterschiedlichen Altersgruppen ineinander greifen“, ergänzt Blödorn.

Einheitliche Regeln und Werte sind die wichtigsten Elemente des Programms. Schon im Kindergartenalter sollen sie vermittelt werden. Zugleich schließt das Programm Fortbildungsangebote für Lehrer und Erzieher sowie Trainingskurse für Eltern ein.

Das Landeskriminalamt und der Gemeindeunfallversicherungsverband (GUV) Hannover haben das Projekt aus handfesten Motiven gestartet. „Zwischen 1994 und 2004 ist die Zahl der Rohheitsdelikte unter Jugendlichen in Niedersachsen um 109 Prozent gestiegen“, begründet Blödorn das hohe Interesse der Polizei, einem weiteren Anstieg rechtzeitig vorzubeugen.

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