OLDENBURG Die Schüler sollen sich in ihren Schulen sicher fühlen können. Schreckliche Ereignisse wie in Erfurt vor zehn Jahren und andere Amokläufe seitdem fordern Schulen und Schulverwaltung heraus. Ein bundesweiter Test hatte kürzlich Handlungsbedarf in Niedersachsen gezeigt.

Die Stadt hat am Mittwoch auf Anfrage die Erarbeitung eines „gesamtstädtischen Sicherheitskonzepts“ angekündigt. Der Fachdienst Schule und Bildung plane dazu noch in diesem Jahr eine Arbeitsgruppe mit Vertretern der Stadt und der Schulleitungen.

Annika Milz vom Presseamt der Stadt sagt: „Solch ein Gesamtkonzept ist eine große Herausforderung, weil die einzelnen Schulen sehr unterschiedliche Anforderungen und Vorstellungen einbringen.“ Mögliche Sicherheitsoptionen seien „durchaus umstritten“ wie spezielle Türknäufe, die im Raum Schutz böten, aber auch Fluchtwege in die Klassen abschnitten. Deshalb sollen Konzepte anderer Städte einfließen.

Damit die Polizei schnell und gezielt reagieren kann, wurden wichtige Schuldaten für den Einsatzleitrechner der Polizei zur Verfügung gestellt. Im Bereich der Vorbeugung verfügt die Stadt über den starken Präventionsrat.

Günter Tillmann, Leiter am Herbartgymnasium, sagt: „Wir fühlen uns gut gewappnet.“ Das Kollegium sei von der Polizei instruiert worden, in der nächsten Gesamtkonferenz werde das Sicherheitskonzept ein Thema sein, jeder Lehrer müsse den Notfallplan dabeihaben, die Lautsprecheranlage funktioniere und alle Türen seien abschließbar. In der Prävention spiele die Kooperation des Klassenkollegiums eine wichtige Rolle, hinzu kämen Schulmediatoren und Schülerstreitschlichter. Tillmann: „Ich glaube, dass man schulklimatisch eine Menge tun kann: durch zuhören, auf Schüler zugehen und auf Augenhöhe mit Schülern und Eltern arbeiten.“

Notfallplan und Krisenteam gibt es auch an der Oberschule (OBS) Alexanderstraße, die Lautsprecher sind neu, dazu die Zusammenarbeit mit Polizei und Präventionsbeauftragtem. Schulleiter Paul-Willem Schläfke sagt: „Das garantiert natürlich keine totale Sicherheit.“ Eine „geschlossene Schule“ sei aber auch nicht gewünscht. Der Kontaktbeamte der Polizei, der das Schulzentrum zweimal im Monat besuche, habe einen guten Draht in die Schule.

Für die Sicherheit ihrer 3400 Schüler unternimmt auch die BBS Wechloy einiges – Notfallplan, Lautsprecheranlage, Evakuierungsübungen, Sicherheitskonzept, psychologische Betreuung, Beratungslehrer, Sozialpädagogen, Schulpfarrer, Kontakt zur Polizei. Schulleiter Ernst Jünke sagt: „Trotzdem muss Schule vor allem eine pädagogische Einrichtung bleiben und kein Hochsicherheitstrakt werden.“ In der Prävention gehe es auch stark um die Pflege des Leitbilds, das einen freundlichen, rücksichtsvollen und wertschätzenden Umgang einfordere und um die Sensibilität für auffälliges Verhalten. Hier sei Augenmaß nötig: „Sie haben auch schnell jemanden in einer Ecke, wo er gar nicht hingehört.“

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Karsten Röhr Redakteur / Redaktion Oldenburg
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