Im Nordwesten Lehrer von mehr als 100 Schulen aus der Weser-Ems-Region haben am Donnerstag gegen die Pläne der Landesregierung protestiert, die Arbeitszeit für Gymnasiallehrer um eine Stunde zu erhöhen und die zugesagte Stundenermäßigung für ältere Lehrer zu streichen. Laut Stefan Störmer, Vorsitzender des Bezirksverbands Weser-Ems der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, haben sich unter dem Motto „5 vor 12“ alle Schulformen an den Protesten beteiligt. Nun soll zunächst abgewartet werden, ob und wie sich die Landesregierung bewege. Gleichzeitig schloss er weitere Protestaktionen nicht aus und betonte: „Wir sind nach wie vor Aktionsbereit.“

In Delmenhorst gingen die Lehrer etwas später auf die Straße: Um 13.25 Uhr trafen sich etwa 70 Lehrer der Gymnasien und machten mit Tröten, Rasseln und Pfeifen lautstark auf die Arbeitszeitproblematik aufmerksam.

An der Verlässlichen Grundschule in Ganderkesee-Heide (Kreis Oldenburg) beteiligte sich das Kollegium geschlossen an der landesweiten Aktion. Mit Plakaten verliehen sie ihrer Forderung nach einer Herabsetzung der Unterrichtsverpflichtung von Grundschullehrern Nachdruck. Auch Lehrer des Beruflichen Gymnasiums an der BBS Wildeshausen sowie der Grundschule und der Förderschule in Neerstedt (Landkreis Oldenburg) machten ihrem Unmut Luft, ebenso in der Stadt Oldenburg und in Varel (Friesland).

Laut Hermann Abels, GEW-Kreisvorsitzender im Ammerland, beteiligten sich dort Lehrer des Westersteder Gymnasiums, des Gymnasiums in Bad Zwischenahn/Edewecht, der KGS Rastede, der BBS Ammerland, der Oberschule Wiefelstede, den Grundschulen Wiefelstede, Rostrup, Loy, Metjendorf und Elmendorf/Aschhausen sowie der Schule am Voßberg in Westerstede an den Protesten.

Die Schul-Pausen nutzten die Lehrerinnen und Lehrer in Brake (Kreis Wesermarsch) zum Protest. An der Grundschule Boitwarden kam das gesamte Kollegium in der ersten großen Pause auf dem Schulhof zur Kurzdemonstration zusammen. „Die Erhöhung der Arbeitszeit bedeutet, dass weniger Lehrer eingestellt werden“, erklärte Personalrätin Jana Brecht. In der Haupt- und Realschule nutzte das Kollegium die Mittagspause für ihren Protest.

Auch das Kollegium des Laurentius-Siemer-Gymnasiums (LSG) und des Schulzentrums Saterland in Ramsloh (Landkreis Cloppenburg) beteiligte sich. Mit Protestplakaten ausgestattet drückten 23 Lehrer der Haupt- und Realschule Barßel (Kreis Cloppenburg) ihren Unmut aus.

„Die Lehrer fühlen sich betrogen, denn die Landesregierung hatte zugesagt, während der Ausgleichsphase ihrer Arbeitszeitkonten die Arbeitszeit nicht zu erhöhen“, kritisierte Martin Hirschmann, Personalrat am Clemens-August-Gymnasium in Cloppenburg. Franz-Josef Hermes von der Cloppenburger Liebfrauenschule kündigte weitere Proteste an.


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Lars Laue Korrespondent / Redaktion Hannover
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