IM NORDWESTEN  Niedersachsen schneidet in einer Umfrage des Radiosenders NDR Info zu Sicherheitsvorkehrungen im Fall von Amokläufen unter 1800 Schulen in Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern im Ländervergleich am schlechtesten ab.

Nur 46 Prozent der Schulen haben Krisenteams, 66 Prozent Lautsprechersysteme für Notfalldurchsagen und 22 Prozent spezielle Klingeltöne bei Amokalarm. Schlecht geschützt seien der Umfrage zufolge Schulen in folgenden Städten: Oldenburg, Emden, Salzgitter, Wolfsburg, Westerstede, Meppen, Jever, Leer, Nienburg, Osterode, Stadthagen, Brake und Lüchow sowie in den Kreisen Lüchow-Dannenberg und Uelzen.

Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) erklärte am Donnerstag: „Wir werden die Ergebnisse der NDR-Recherchen genau auswerten und prüfen, wo es noch Verbesserungsbedarf gibt. Hierzu werden wir auch das Gespräch mit den Schulträgern suchen.“ Die bestmögliche Prävention schwerer Gewalttaten an Schulen habe höchste Bedeutung, betonte er. „Alle Schulen in Niedersachsen haben ein eigenes Sicherheitskonzept erarbeitet und sind verpflichtet, dieses regelmäßig fortzuschreiben.“ Das Ministerium unterstütze sie dabei.

Die Linksfraktion und die Grünen im Landtag warfen der Landesregierung Untätigkeit vor. Es sei nicht akzeptabel, die Zuständigkeit einfach auf die Schulen abzuschieben, sagte Grünen-Schulexpertin Ina Korter (Nordenham). Die Regierung sei nicht einmal über die Sicherheitsvorkehrungen der Schulen informiert, kritisierte die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Christa Reichwaldt.

2011 gab es in Niedersachsen 102 Amokdrohungen. Erst am Donnerstag hatte ein Unbekannter in Seesen mit einem gesprühten Schriftzug „Amok – Realschule Seesen 26.04.2012“ für einen Polizeieinsatz gesorgt. Die Polizei hatte mit einem vorbereiteten Maßnahmenkatalog reagiert.

Am Laurentius-Siemer-Gymnasium in Ramsloh (Landkreis Cloppenburg) beispielsweise sieht man sich auf einen Ernstfall vorbereitet. „Es gibt einen Notfallplan, die Sekretärin ist angehalten, im Ernstfall eine Lautsprecherdurchsage zu machen“, berichtet die stellvertretende Schulleiterin Annette Jahn. Ähnlich äußerte sich Cordula Fitsch-Sauke, Schulleiterin des Max-Planck-Gymnasiums Delmenhorst. Hier werde das Kollegium auch regelmäßig geschult.

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