FRAGE: Herr Dapunt, mit welchen Herausforderungen sieht sich die Herzchirurgie in Oldenburg zur Zeit konfrontiert?

DAPUNT: Wir sind natürlich sehr interessiert daran, die Herzchirurgie im Rahmen der European Medical School auch entsprechend auf dem Forschungssektor auszubauen. Wir hätten jetzt die Möglichkeit – gerade auch in Kooperation mit Groningen – Forschung maßgeblich anzutreiben. Das würde aber voraussetzen, dass es an der Universität künftig einen Lehrstuhl für Herzchirurgie gibt. Das ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt leider nicht vorgesehen. Erklärt wird das mit finanziellen Engpässen. Aus meiner Sicht ist das aber reine Willkür. Dagegen werden wir uns wehren – wenn eine Klinik wie unsere mit diesem wirtschaftlichen Potenzial und dieser überregionalen Wirkung nicht an diesem großen Projekt teilnehmen sollte, wäre das Selbstamputation.

FRAGE: Welche Kooperationen pflegen Sie bereits? 

DAPUNT: Mit anderen Institutionen haben sich gute Kooperationen entwickelt, z.B. mit drei japanischen Universitäten und mit einer georgischen Universität in Tiflis. In jedem Jahr kommen 12 Studenten von dort zu uns und werden hier ausgebildet.

FRAGE: Die Herzchirurgie in Oldenburg gibt es seit 20 Jahren. Welche Entwicklung hat sie in dieser Zeit durchgemacht?

DAPUNT: 1991 wurde diskutiert, wo die Klinik entstehen soll, auch das Klinikum Osnabrück war im Gespräch. Mit Hilfe des leitenden Ministerialrats des niedersächsischen Sozialministeriums, Dr. Ernst Bruckenberger, hat man es geschafft, die Klinik nach Oldenburg zu holen. Von 50 Operationen im ersten Jahr haben wir uns entwickelt zu heute etwa 3000 Operationen im Jahr. 1997 ist die Reha-Klinik eröffnet worden – seitdem haben wir ein integriertes Herzzentrum, so dass die Patienten von der Diagnostik bis zur Reha-Therapie alles an einem Ort absolvieren können. Das ist in Deutschland einzigartig. An diesem Sonnabend wird es um neun Uhr einen Festakt im EWE-Forum Alte Fleiwa geben, bei dem wir für alle Interessierte einen Rück- und Ausblick geben wollen.

Prof. Dr. Otto Dapunt (54) ist seit 1999 Direktor der Klinik für Herzchirurgie am Klinikum Oldenburg. Er hat dort minimal-invasive Operationsmethoden am Herzen etabliert. Die Klinik für Herzchirurgie wurde vor 20 Jahren gegründet.

 @ Infos unter http://www.klinikum-oldenburg.de

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