OLDENBURG Die Hälfte der Menschen über 65 Jahre hört schlecht. Die Versorgung dieser Menschen wollen Forscher der Universität Oldenburg verbessern.

Von Hans Drunkenmölle OLDENBURG - Die Hörforscher an der Universität Oldenburg sind in Champagnerlaune: Nachdem ihr Projekt „Funktion und Störung des Gehörs“ – wie berichtet – die erste Hürde der so genannten Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder genommen hat, haben sie gute Aussichten, im Herbst definitiv als Spitzenforschungszentrum bestätigt und mit jährlich bis zu sieben Millionen Euro gefördert zu werden. „Mit der Anerkennung unserer bisherigen Vernetzung von Grundlagenforschung, anwendungsorientierter Forschung und Industriekooperation sind wir dem Ziel wiederum etwas näher gekommen, Oldenburg zu dem internationalen Zentrum der Hörforschung zu machen“, erklärten der Biologe Prof. Dr. Georg Klump sowie der Physiker und Mediziner Prof. Dr. Dr. Birger Kollmeier als Sprecher des Projekts.

Nach Angaben der Universität leiden mehr als 16 Prozent der Europäer an angeborenen und erworbenen Hörschäden. Bei der Hälfte der Menschen über 65 Jahre ist das Hören eingeschränkt. Allein in Europa wird die Zahl Hörgeschädigter auf 35 Millionen geschätzt.Die Versorgung dieser Menschen zu verbessern, ist das Ziel des von der Universität eingereichten und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft positiv begutachteten Forschungsvorhabens. Daran sind auch Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover und anderer Hannoveraner Hochschulen sowie Göttinger Hörforscher und Professoren der Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven beteiligt. Mit im Boot ist auch das Oldenburger Kompetenzzentrum „HörTech“, das zur europäischen Forschungselite in der Hörgeräteentwicklung zählt.

Das besondere Merkmal der Oldenburger Hörforschung sind nach Angaben von Uni-Sprecher Gerhard Harms die in gleicher Weise angelegten Hörexperimente bei Menschen und dressierten Tieren, die Einblick in die Funktionsweise des Gehörs und in die Ursachen verschiedener Hörstörungen erlauben. In der Zusammenarbeit mit den klinischen Forschern aus Hannover ziele die Initiative auf die Entwicklung neuer Diagnosemethoden und Therapien zur Behandlung von Störungen des Gehörs. Gleichzeitig sollen neue Wege in der Ausbildung von Hörforschern und Ärzten beschritten werden.

Der von der Universität beschrittene Weg einer Schwerpunktbildung in der Forschung durch vernetzte Strukturen haben den Hörforschern zum Erfolg verholfen, erklärte der Vizepräsident für Forschung, Professor Dr. Reto Weiler. Erfolge in der Wissenschaft bedeuteten mehr denn je die Zusammenarbeit unterschiedliches Disziplinen. Die Uni trage dem konsequent Rechnung:Bei der Besetzung von Professuren werde dem Aspekt der Einbindung in Forschungsschwerpunkte hohe Priorität eingeräumt.

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