Delmenhorst Die Musikschule der Stadt Delmenhorst (MSD) muss sich mit einem unbequemen Ratsbeschluss auseinandersetzen. „Die Verwaltung wird beauftragt, mit der MSD-Leitung ein Zukunftskonzept zur Erhöhung des Kostendeckungsgrades auf 80 Prozent in den kommenden fünf Jahren zu erarbeiten“, lautet er. Die Initiative dazu ging von der Piratenfraktion aus.

„Wir wollen an die Verlustbringer ran“, erklärte dazu Piraten-Fraktionschef Andreas Neugebauer. Er räumte aber auch ein, dass 80 Prozent sehr hoch gegriffen seien, mit einem Kostendeckungsgrad von 60 Prozent könne man auch zufrieden sein. Niemand wolle die Musikschule schließen, aber es ginge um die Frage, was sich die Stadt angesichts der Haushaltszahlen noch leisten könne. In 2013 verursachte die MSD Kosten in Höhe von 880 000 Euro. Bei Einnahmen in Höhe von 486 000 Euro betrug der Zuschussbedarf 394 000 Euro. Das entspricht einem Kostendeckungsgrad von rund 55 Prozent.

Mit einer Beschränkung der Sichtweise auf eine Kosten-Nutzen-Rechnung würde man dem kulturellen Bereich nicht gerecht werden können, sagt hingegen die Architektin im Ruhestand Ursula Wilkens. Sie war es, die vor 40 Jahren mit einer großen Unterschriftenaktion die Gründung der MSD auf den Weg gebracht hat. „Es klingt fast so, als ob sie die Kulturlandschaft zerstören wollten“, sagt die 87-jährige Mutter von drei Kindern, die alle mehrere Jahre lang die MSD besucht hatten, über den Rat.

„Ich verfolge die Diskussion aufmerksam“, sagt Peter Blöchl, Chef der privaten Musikschule Strings. Er weist darauf hin, dass der überwiegende Teil der Delmenhorster Musikschüler private Schulen besucht, die alle kosteneffizienter arbeiten müssten als die MSD. Blöchl fordert einen Systemwechsel: „Man muss weg von der institutionellen Förderung. Statt die MSD zu fördern, sollte die Stadt die Musikschüler in Delmenhorst fördern.“

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Wolfgang Bednarz Delmenhorst / Redaktion Delmenhorst
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