SCHORTENS Bürgermeister Gerhard Böhling sieht den Aufschwung auch in Schortens. In vier bis fünf Jahren könnte der Haushalt ausgeglichen sein.

Von Oliver Braun SCHORTENS - Das Licht am Ende des Tunnels ist diesmal wohl kein entgegenkommender Zug. Tatsächlich scheint sich die Finanzlage in den Kommunen endlich zu bessern.

Bürgermeister Gerhard Böhling spürt den vorsichtigen Aufschwung sogar schon in Schortens: „Unser Haushalt steht deutlich stabiler da“, sagte er jetzt auf der Ratssitzung auf dem Fliegerhorst Upjever.

Die Nettoneuverschuldung werde bis 2010 erheblich unterschritten, allein im Etat 2007 könne Schortens jetzt sogar 260 000 Euro mehr tilgen als neu aufgenommen werden müssen. „Wenn sich die wirtschaftliche Situation weiter so entwickelt und in Schortens weiterhin umsichtig mit dem Geld umgegangen wird, haben wir in vier bis fünf Jahren wieder einen ausgeglichenen Haushalt“, sagte Böhling.

Bis dahin ist es noch ein weiter und beschwerlicher Weg. Denn mit 10,2 Millionen Euro steckt Schortens nach wie vor kräftig in den Miesen. Für Verdruss sorgte zudem die Kreisumlage. Rund 6,8 Millionen Euro und damit 800 000 Euro mehr muss Schortens diesmal an den Landkreis überwiesen.

Dennoch stehen in den kommenden Jahren wichtige investive Maßnahmen auf der Schortenser Agenda: Zum Beispiel die weitere Erschließung des Baugebietes Klein-Ostiemer-Weg oder die Förderung von Familien beim Erwerb von Bauplätzen.

Dicke Brocken sind zudem die Sanierung der Spiekerooger Straße mitsamt Regenwasserkanal sowie der Regenwasserkanal in der Wangerooger Straße. Zudem seien bis 2010 weitere Sanierungsmaßnahmen von Straßen- und Kanalnetz vorgesehen, sagte Böhling. Bereits im nächsten Jahr solle auf dem Klosterweg vor der Halle des TuS Oestringen eine Fußgängerampel installiert werden.

Kritik äußerten SPD und Grüne im Schortenser Rat daran, dass der Betrag für die Installation von Photovoltaikanlagen auf Dächern öffentlicher Gebäude nicht in den Etat aufgenommen wurde. „Die Stadt verschuldet sich gern beim Campingplatz“, sagte Udo Borkenstein vom SPD-Fraktionsvorstand, „die Stadt ist aber leider nicht bereit, beim Einsatz regenerativer Energien Zeichen zu setzen.“

Auch die aktuellen Überlegungen, eventuell Spielplätze in Schortens zu verkleinern (die NWZ berichtete) und die nicht eingestellten Haushaltsmittel für ein Kinder- und Familienförderprogramm des Landes sorgte im Rat für eine Kontroverse.

Susanne Riemer (SPD) mahnte, den Haushalt nicht auf Kosten der Kinder sanieren zu wollen. Diesen Vorwurf wies die Mehrheitsgruppe zurück: „Wir wollen Kinder- und Familienförderung“, sagte Horst Dieter Freygang (CDU). Allerdings seien zu dem Landesprogramm noch keine Details bekannt.

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