SCHORTENS Warum ihr Programm „Die letzte Tour“ heißt? „Na ja, wenn man sich das Durchschnittsalter des Schortenser Publikums so anschaut – es könnte Ihre letzte sein.“

Vor Frechheiten scheuen sie nicht zurück, die drei Jungkabarettisten Mathias Tretter, Claus von Wagner und Philipp Weber. Mit „Urban Priol, zieh dich warm an, hier kommt das Erste Deutsche Zwangsensemble“ stürmen sie die Bühne.

Und sie verabschieden sich weiter: vom Wohlfahrtsstaat, vom Nationalstaat, von den Volksparteien und vom deutschen Wald schon vor dreißig Jahren. „Verdammt zähes Luder, dieser deutsche Wald!“ Die Finanzkrise erklären sie erschöpfend mit zwei Schokoriegeln. Der erste Banker bekommt beide, stopft sie in sich hinein und reicht dem zweiten das Papier. Der, nicht unzufrieden, erklärt: „Die schnür ich zu einem Paket und verkauf sie. Das bringt mehr als die beiden Schokoriegel wert waren.“

Auch über die aktuellen Kriege wissen sie Bescheid. „Ich hab da mal den einzigen Militärexperten gefragt, den ich kenne. Sag mal Opa, was ist eine kinetische Militäraktion?“ „Na, ist doch klar: Blitzkrieg.“ Und diese Ägypter, „wenn die unbedingt die Nofretete wiederhaben wollen, schicken wir doch Claudia Roth rüber. Und überhaupt, Demokratie in Nordafrika? Es reicht doch wohl, wenn die in Mecklenburg Vorpommern wählen dürfen“.

Zwischen Politsatire und schlichtem Klamauk pendelt das Trio gekonnt hin und her. Mit heruntergelassenen Hosen geben sie eine Geschichte der Bundesrepublik Deutschland am Beispiel der Entwicklung des Klopapiers zum Besten. Da passt dann auch, dass sie behaupten, der Westerwelle laufe jetzt mit einem gelben Button herum, auf dem stehe: „Außenpolitik – nein Danke.“

Erfrischend komisch im Dreierpack. Auch wenn im zweiten Teil des Programms der Klamaukanteil überwog – dem Schortenser Publikum gefiel’s und es feierte das mit Kleinkunstpreisen überhäufte Trio.

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