Strücklingen Im Garten sitzen, Vögel beobachten und hören, wie es vor Insekten nur summt und brummt. Walter Gier genießt gerne die Natur: „Schon als Kind habe ich bei meinen Eltern im Garten mitgeholfen, heute ist dies ein Hobby von mir“, sagt der Strücklinger. In Giers Garten findet sich alles, was das Vogel- und Insektenherz begehrt: Nistkästen, Futter, Wasserstellen und jede Menge insektenfreundliche Pflanzen sowie Obstbäume, die bestäubt werden wollen. „Sozialen Wohnungsbau für Tiere“, nennt Gier dies mit einem Augenzwinkern. Auch einen Nutzgarten mit verschiedenen Kräutern und Gemüse hat er angelegt.

Doch beim Garten soll es in Zukunft nicht bleiben: „Ich habe vor einiger Zeit das Grundstück neben meinem Haus gekauft, das nicht bebaut ist“, berichtet Gier. In den vergangenen Jahren wurde diese 850 Quadratmeter große Wiese alle zwei Wochen gemäht. Durch die NWZ-Aktion „Insektenjahr“ kam Gier jedoch die Idee, eine Blühwiese auf dem Grundstück anzulegen.

Die NWZ stellte anschließend Kontakt zum Naturschutzbund (Nabu) her, wodurch Gier bereits vor der Ansaat einer insektenfreundlichen Blühmischung einige Tipps erhalten hat: „Ich habe bereits eine Ruderalstelle geschaffen. Dies ist eine Stelle im Boden, die mit Sand gefüllt wird. Hier können sich Wildbienen ansiedeln, die ihre Nester in den Boden bauen“, erklärt Gier. Auch den Teil der Wiese, der an seine Hecke angrenzt und in dem viele Quecken wachsen, hat er auf Anraten des Nabu bereits gemäht und die unerwünschten Pflanzen entfernt. Quecken bieten Insekten keinerlei Nahrung und verdrängen andere Pflanzen.

Zudem bauen Schüler der Soeste-Schule in Elisabethfehn ein großes Insektenhotel, das auf der Wiese platziert wird. Dort sollen dann auch Nistkästen angebracht werden.

Bei der Besichtigung der Wiese durch Sandra Bischoff vom Nabu wurde festgestellt, dass der Boden besonders nährstoffreich ist. „Für die sogenannte Fettwiese gibt es eine besondere Saatmischung, die der Nabu mir zur Verfügung stellt“, sagt Gier. Darin sind unter anderem verschiedene Klee-Arten, Kornblume, Spitz-Wegerich und Löwenzahn enthalten.

Dem Trend zu Schottergärten kann Gier nichts abgewinnen: „Das sind versiegelte Flächen, die Tieren die Möglichkeit nehmen zu existieren.“ Er schafft in seinem Garten gerne Lebensraum für Vögel und andere Tiere. Der damit verbundene Aufwand stört ihn nicht: „Ich habe Spaß an der Gartenarbeit, und mein Garten ist dadurch erfrischend lebhaft“, betont Gier.

Generell beobachtet er jedoch, dass die Leute umweltbewusster werden: „Der Trend geht wieder mehr zur regionalen Küche und weg von Produkten, die um die ganze Welt reisen müssen.“


Ein Video sehen Sie unter   www.youtube.com/nwzplay 
Ein Spezial und weitere Bilder finden Sie unter   www.nwzonline.de/insektenjahr 
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Nils Coordes Volontär, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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