RAMSLOH Nach den ersten Kanonenschlägen muss der Rammbock nicht mehr eingesetzt werden. Die fünfte Jahreszeit ist angebrochen: Karneval.

Von Wilhelm Hellmann RAMSLOH - Seit Wochen fieberten die Karnevalisten aus dem Saterland dem Ereignis entgegen. Am Sonnabend war es so weit: bei den Saterländer Narren hat die fünfte Jahreszeit Einzug gehalten. Zahlreiche Närrinnen und Narren aus Ramsloh, Sedelsberg und Scharrel sowie mehrere Schaulustige trafen sich, um das Rathaus zu stürmen. Die Ramsloher Jecken, die diesmal die Federführung hatten, waren eigens mit dem Böllerkomitee Ramsloh von 1888 angereist; dabei hatten die Böllerbuben aber auch laute Kanonen, um das Rathaus „in Schutt und Asche zu legen“, sofern Saterlands Bürgermeister nicht die bedingungslose Kapitulation bekannt geben sollte.

Die Karnevalisten legten zunächst den Verkehr in Ramsloh lahm, in dem sie mehrfach durch den Kreisverkehr zogen. Angeführt wurden sie in diesem Jahr vom Musikverein Scharrel. Eine Augenweide auf der Hauptstraße stellten nicht nur das Prinzenpaar Prinz Björn mit seiner Lieblichkeit Prinzessin Eva dar, sondern insbesondere auch die jungen Damen der KVG-Prinzengarde und des SEC-Balletts.

KVG-Präsident Frank Fresenborg forderte Bürgermeister Hubert Frye und seine 1. Stellvertreterin Marianne Fugel sowie den 1. Gemeinderat Eberhard Lüpkes, die im Rathaus anwesend waren, zur bedingungslosen Kapitulation und zur Übergabe des Rathauses in Narrenhand auf. Sollte man zu dieser Kapitulation nicht bereit sein, werde schweres Geschütz aufgefahren, was durch schwere Böllerschüsse zu vernehmen war. Erstmals in diesem Jahr hatte die Karnevalisten auch einen „Rammbock“ dabei, mit dem sie sich notfalls Einlass in das Rathaus verschaffen wollten. Erst nachdem die Böllerbuben aus Ramsloh größere Kanonen aufgefahren und die ersten drei Schuss verpulvert hatten, gaben sich die Gemeindeoberen zögerlich geschlagen und übergaben sie das Rathaus.

Im Ratssaal nahm die Narrenschar Platz und ließ sich von den Gemeindeoberen bedienen. Absolut verwundert zeigten sich die Karnevalisten der KVG aus Ramsloh, des CCS aus Sedelsberg und des SECC aus Scharrel insbesondere darüber, dass die Kasse im Rathaus nicht leer, sondern gefüllt war mit Monopoly-Geld, einem Hamburger, einem Hähnchen, Maggi-Gewürz und einem 50-Euro-Schein. Mit einem kräftigen „Prost“ eröffneten die Karnevalisten die Ratssitzung.

Aufgelockert wurde die Narrensitzung durch den Auftritt des Tanzmariechens Angelina Fresenborg, die ein flottes Tänzchen aufs Parkett legte. Über seine schlechten Erfahrungen mit den Beamten im Rathaus schilderte Büttenstar Karl-Heinz Burdorf der Narrenschar und hatte sogleich die Lacher auf seiner Seite. Ganz Deutschland sucht seinen Superstar: Da sollte das Saterland keine Ausnahme machen und so habe Dieter Bohlen angeblich die KVG beauftragt, nach geeigneten Kandidaten Ausschau zu halten. Als Kandidaten wurden Bürgermeister Hubert Frye und der 1. Gemeinderat Eberhard Lüpkes auserkoren, sich als Sänger zu präsentieren. Mit dem Lied „An der Nordseeküste“ ernteten die beiden Sänger zwar Zugaberufe, das Urteil der Jury fiel allerdings wesentlich bescheidener aus.

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