Sande Die Frage, die Ratsherr Jörg Beutz (SPD) im Finanz- und Wirtschaftsausschuss eher beiläufig in den Raum warf, scheint gar nicht so abwegig: „Sanierung – oder besser Abriss und Neubau?“

Das Sander Rathaus, in seiner verwitterten 1970er Jahre Waschbeton-Optik auch ar­chitektonisch kein Glanzstück mehr im Sander Straßenbild, wird wohl ein größerer Sanierungsfall. Türen, Fenster, Flachdach – alles ist undicht. Es dringt ein, was nicht eindringen soll (Regen und Schwitzwasser) und zieht hinaus, was drinbleiben soll (Energie und Heizungswärme).

Im Fachausschuss ging es aber noch nicht um die Frage, wie mit dem Rathaus als Ganzes zu verfahren sei, sondern erst einmal darum, ob und wie das Flachdach über dem Verwaltungstrakt abgedichtet werden kann. „Seit einigen Jahren kommt es immer wieder zu kleineren Wassereinbrüchen durch die Decke im Obergeschoss des Rathauses“, berichtete Klaus Oltmann von der Gemeindeverwaltung. Immer wieder seien Reparaturarbeiten vorgenommen worden, jedoch ohne lang anhaltenden Erfolg.

Dämmung durchfeuchtet

Teile der Dämmung des Dachs sind durchfeuchtet. Bei bestimmten Witterungsverhältnissen komme es zu Schwitzwasserbildung. Das Wasser, eine dreckige Brühe, dringe durch die Stöße der Betondecke in die Bürodecken ein, tropfe auf Schreibtische, Akten und Mitarbeiter.

Geplant sei nun, den Altausbau mit der defekten Dämmung einschließlich der Kiesschüttung über dem Verwaltungstrakt zu entfernen und das Dach nach dem heutigen Stand der Technik neu aufzubauen. 45 000 Euro soll das kosten. Für diese Sofortmaßnahme seien die Arbeiten kurzfristig ausgeschrieben worden, damit eine Sanierung noch im Sommer erfolgen kann, so Oltmann. Der Fachausschuss stimmte diesem Vorgehen einstimmig zu, „weil wir das den Mitarbeitern im Rathaus nicht länger zumuten können“, so Reinhard Oncken (CDU). Andreas Schindler (SPD) befürchtet gar gesundheitliche Schäden für die Bediensteten, „wenn sich durch die Feuchtigkeit Schimmelpilze entwickeln“.

Doch das Dach über dem Verwaltungstrakt wie auch über dem Sozialtrakt und der Hausmeisterwohnung ist nicht die einzige Baustelle am Rathaus: Energetisch stammt das Gebäude „aus der Steinzeit“, hatte ein Gebäudesachverständiger schon vor einigen Jahren festgestellt. Bei Regen und starkem Wind, in dieser Gegend nicht gerade selten, komme es besonders auf den zur Wetterseite hin gelegenen Büros zu Wassereinbrüchen durch die Fenster und Brüstungen.

Aufwand steigt rapide

Die Fenster sind zum Teil blind, haben keinerlei Wärmeschutzverglasung, die Dichtungen sind porös und brüchig. Überall blättert die Farbe ab. „Der Unterhaltungsaufwand für das Gebäude steigt rapide“, sagte Oltmann. Auch die Fassaden seien fleckig und unansehnlich und ließen sich mit einfachen Mitteln nicht mehr reinigen.

Geplant ist daher ein Gesamtkonzept zur Rathaussanierung. Mittelfristig müsse das Haus vom Keller bis zum Dach saniert werden. Oder abgerissen und neu gebaut. Bei den vielen teuren Baustellen der klammen Gemeinde – Bahnüberführung, Kläranlage, Feuerwehrhaus – eine neue Hiobsbotschaft.

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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