ANNABERG-BUCHOLZ Wer zu Fuß das Erzgebirge erkunden will, hat die Qual der Wahl: Wanderer können ihre Strecke aus 5000 Kilometern markierter Wege auswählen, die sich zwischen Holzhau im Osterzgebirge und Bad Elster im Vogtland erstrecken. Der Naturpark Erzgebirge/Vogtland entlang der Grenze zu Tschechien zählt zu den landschaftlich schönsten Gebieten Sachsens: Hochmoore in den Kammlagen wechseln sich ab mit bunten Wiesen, stillen Bachgründen und engen Flusstälern. Die zum Teil mehr als 1000 Meter hohen Berge bieten herrliche Ausblicke. Mehr als 60 Prozent des Naturparks sind von Wäldern bedeckt. Er ist nach Angaben des Tourismusverbandes Erzgebirge in Annaberg-Buchholz der waldreichste deutsche Naturpark.

Seit im Jahr 1168 bei Freiberg Silbererz gefunden wurde, trägt das Erzgebirge seinen Namen. Mehr als 800 Jahre Bergbau haben Landschaft und Kultur der Region geprägt. „Das Besondere bei uns ist die enge Verknüpfung zwischen Landschaft, Sehenswürdigkeiten und aktiv gepflegter Tradition, die zumeist aus dem Bergbau herrührt“, sagt Helga Wohlgemuth, die Geschäftsführerin des Tourismusverbandes.

Der nicht nur am Landschafterlebnis interessierte Wanderer kann sich entlang der 230 Kilometer langen „Silberstraße“ mit Bergbaukultur und Brauchtum bekannt machen. Entlang der Strecke zwischen Zwickau und Dresden gibt es mehr als 30 Museen, elf Schaubergwerke und zahlreiche Bergbaulehrpfade.

In alten Bergstädten laden romantische Gassen zum Bummeln ein, und imposante Hallenkirchen wie St. Annen in Annaberg-Bucholz oder St. Wolfgang in Schneeberg zeugen vom einstigen Reichtum nach den Erzfunden.

„Wer Landschaft pur genießen möchte, sollte das Schwarzwassertal bei Pobershau wählen, dort wandere ich selbst sehr gern“, empfiehlt Wohlgemuth. Auch die Greifensteine bei Ehrenfriedersdorf, das Spiegelwaldgebiet bei Grünhain und die Region um den 1019 Meter hohen Auersberg bei Johanngeorgenstadt mit drei Talsperren im Umkreis seien sehr attraktiv. „Mit den Wanderwochen ,Echt Erzgebirge’ bieten wir im September auch geführte thematische Touren an“, sagt Wohlgemuth. Die nächste Woche steht vom 15. bis 23. September an.

Der höchste Berg auf deutscher Seite des Erzgebirges ist mit 1215 Metern der Fichtelberg bei Oberwiesenthal, der am höchsten gelegenen Stadt Deutschlands (914 Meter über dem Meer). Hier befindet sich das Quellgebiet des Zschopau-Flusses, und es beginnt die 130 Kilometer lange Route „Wandern ohne Gepäck im sagenhaften Zschopautal“. Der Wanderer kann auf acht Etappen bis zur Mündung des Flusses in die Freiberger Mulde bei Döbeln die ursprüngliche Landschaft genießen sowie die hoch auf Felsen thronenden Burgen und Schlösser bewundern.

Wandern ohne Gepäck ist auch auf 13 weiteren Strecken möglich, darunter auf dem Kammweg. Diese 210 Kilometer lange Route beginnt in Schöneck im Vogtland und endet in Altenberg im Osterzgebirge. Sie führt diesseits und jenseits der Grenze über die höchsten Erhebungen des Gebirges.

Die bekannteste ist neben dem Fichtelberg noch der 1244 Meter hohe Keilberg auf böhmischer Seite. Auf fast allen Gipfeln laden neue oder sanierte Aussichtstürme zum Blick ins Land sowie Berggasthäuser zum Erholen ein. Die bereits 1903 erstmals markierte Trasse gehört zu den ältesten Wanderwegen Mitteleuropas und ist zum Teil identisch mit internationalen und nationalen Fernwanderwegen.

Nach dem Niedergang des Bergbaus im 17. Jahrhundert wurde das Schnitzen, Drechseln und Klöppeln ein wichtiger Erwerbszweig für die Menschen. Weihnachtsengel, Nussknacker, Pyramiden, Schwibbögen und Räuchermännchen haben das Erzgebirge als „Weihnachtsland“ bekannt gemacht.

Auch davon kann sich der Wanderer ein Bild machen. Viele oft gar nicht so weit vom Wanderweg entfernte Werkstätten laden dazu ein, den Handwerkern über die Schulter zu schauen. Und am Ende eines strapaziösen Tages hat der müde Wanderer schon wieder die Qual der Wahl: Er kann sich in eines von rund 22 400 Betten in den mehr als 540 Pensionen und Hotels zur wohlverdienten Ruhe niederlegen.

Informationen: Tourismusverband Erzgebirge, Adam-Ries-Straße 16, 09456 Annaberg-Buchholz, 03733/18 80 00).

Infos unter: www.naturpark-erzgebirge-vogtland.de

www.tourismus-erzgebirge.de

www.echt-erzgebirge.de

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