Rhodos Klein, aber fein ist Lindos, die kleine Schwester von Rhodos-Stadt. Das berühmte Dorf im Süden der Insel hat nur 4000 Einwohner, dafür aber eine wunderbare Akropolis. Vor Christi Geburt war sie göttliche Stätte der Athena und Zufluchtsort. Das Meisterwerk antiker Baukunst thront auf dem Felsen, hoch über dem malerischen weißen Dorf. An alten, weißen Kapitänshäusern und kleinen Geschäften vorbei, geht es über 300 Stufen nach oben. Wer nicht laufen kann oder mag, mietet einen Esel.

Belohnt wird die Mühsal mit einem grandiosen Ausblick auf den Strand von Lindos auf der einen Seite und die Apostel-Paulus-Bucht auf der anderen. Mit einem iPad können wir die Akropolis im Drei-D-Format erleben. Die Technik versetzt uns in die Welt der Griechen und Götter vor über 2000 Jahren. Die bunten Statuen, die von den Römern gestohlen wurden, sowie der beeindruckende Tempel sind in ihrer ganzen Schönheit virtuell zu erleben.

Die an antiken und architektonischen Schätzen reiche Insel Rhodos verwöhnt Einheimische und Touristen mit über 250 Sonnentagen und mehr als 3000 Sonnenstunden im Jahr. Kein Wunder, hatte der Sonnengott Helios die Insel auf der Grenze zwischen dem ruhigen Mittelmeer und der wilden Ägäis doch nach seiner Gemahlin Rhode benannt, so jedenfalls besagt es die Legende.

Das Besondere an Rhodos ist das Licht, eine Kombination aus Himmel, Meer und grüner Vegetation, die sich über eine Gebirgslandschaft zieht und zum Wandern und Mountainbiking einlädt. Der höchste Berg ist der Attavyros (1215 Meter), dessen kahle Kuppe alles überragt. In kleinen Felsenbuchten und an langen Sandstränden finden Sonnenanbeter und Wassersportler das perfekte Urlaubsrevier. Manche Strände sind kieselig, aber das Wasser ist überall klar und sauber. Das milde mediterrane Klima eignet sich bis Anfang November für einen Herbsturlaub, und mit 22 Grad Wassertemperatur lädt auch das Meer noch zum Baden ein.

Bei einer Tour mit dem Geländewagen kommen wir der unberührten Natur besonders nah. Kleine Dörfer und riesige Plantagen mit bis zu 400 Jahre alten Olivenbäumen säumen den Weg in die Berge und ans Meer. Auch Weintrauben und Orangen gedeihen auf der viertgrößten griechischen Insel prächtig. Überall am Straßenrand laufen Ziegen frei herum, Zäune haben eher Seltenheitswert.

Für Botaniker und Hobbyköche ist Rhodos eine wahre Fundgrube. 29 Pflanzenarten sind endemisch, das heißt, sie kommen nur auf Rhodos vor. Fast betäubend ist der Duft von Oregano, Salbei, Thymian und Minze, die man in den Bergen pflücken und für das heimische Gewürzregal sammeln kann.

Stavros (44), der den Geländewagen sicher durch die unberührte Landschaft steuert, verteilt zu unser aller Freude kleine Papiertüten zum Sammeln. „Nicht zumachen“, sagt er, „bevor die Kräuter getrocknet sind. Sonst werden sie schimmelig.“ Mit seinem breiten Lachen, seinem Humor und seiner Unbekümmertheit erinnert er mich an Alexis Sorbas, den gastfreundlichen Griechen, den Anthony Quinn im gleichnamigen Film so genial verkörpert hat. Ich folge dem Rat von Stavros und lege am Abend die Kräuter nach draußen auf den Terrassentisch im Tui Blue Atlantic Imperial Resort. Das Fünf-Sterne-Haus in Kolimbia, das nur für Erwachsene buchbar ist, liegt direkt am Meer. Mein Zimmer duftet in null Komma nichts nach Rhodos, berauschend schön, aber viel zu intensiv, um schlafen zu können.

Lukullisch hat die Insel viel zu bieten. Gemütliche kleine Tavernen und Gaststätten laden zur Einkehr ein. Erst im Sommer 2019 hat das Internationale Institut für Gastronomie, Kultur und Kunst (IGCAT) die südliche Ägäis-Region als „Europäische Region der Gastronomie 2019“ ausgezeichnet.

Geschichte und Kultur liegen in der Metropole dicht beieinander: Neben den Johanniter-Rittern haben auch Türken, Juden und Italiener ihre Spuren hinterlassen. Die Altstadt von Rhodos gehört zum Unesco-Weltkulturerbe und ist von einer vier Kilometer langen Stadtmauer umgeben. Der Großmeisterpalast der Johanniter ist der Mittelpunkt, er liegt auf dem höchsten Punkt des Viertels.

Der Palast beherbergt eines der beliebtesten Museen, in dem griechische und römische bildende Kunst ausgestellt sind.

Zum Großmeisterpalast gehörten auch zahlreiche mittelalterliche Herbergen für Pilger. Die Bruchsteinmauern in der 250 Meter langen Ritterstraße sind bis heute im Original erhalten. Über den Pforten sind die Wappen der Großmeister angebracht. Besuchen kann man die Häuser leider nicht. Das Kopfsteinpflaster aus großen Kieselsteinen, das in der ganzen Altstadt zu finden ist, war für Ordensritter sicher kein Problem. Mit dünnen Ledersohlen wird es aber schnell zur Fuß-Reflexzonenmassage.

Besonders beliebt bei Touristen ist die Sokrates-Straße. Dort können Besucher von der Platia Ippokratu mit dem Eulenbrunnen über den Platz der jüdischen Märtyrer zur Süleyman-Pascha-Moschee und zur türkischen Bibliothek spazieren. Die Moschee wurde Mitte des 16. Jahrhunderts nach der türkischen Eroberung erbaut und ist bis heute durch ihre rote Kuppel weithin sichtbar.

Genießen Sie erholsame Tage in fantastischen Hotels. Bei uns finden Sie Städtereisen, Wellnessurlaub oder Familienferien mit bis zu 67% Ermäßigung. Testen Sie uns!

NWZ-Reisedeals ab 99,99 €
Genießen Sie erholsame Tage in fantastischen Hotels. Bei uns finden Sie Städtereisen, Wellnessurlaub oder Familienferien mit bis zu 67% Ermäßigung. Testen Sie uns!

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.