Podgorica Ein Roadtrip, das klingt nach Freiheit. Aber auch nach vielen ermüdenden Stunden hinter dem Steuer. Montenegro aber ist so klein, dass die nächste Sehenswürdigkeit immer gleich um die Ecke liegt.

Von Podgorica an den Skadarsee (40 Kilometer)

Der Weg von der Hauptstadt Podgorica in eine völlig andere Welt dauert nur eine halbe Stunde. Der Skadarsee – auch Skutarisee – auf der Grenze zu Albanien ist das größte Binnengewässer des Balkans. In Virpazar starten Bootsausflüge in die einzigartige Seenlandschaft des Nationalparks. Im Anschluss lässt sich in dem kleinen Ort hervorragend speisen.

Ein Geheimtipp zum Übernachten ist die benachbarte Gemeinde Donja Seoca. Der Weg dorthin über die einspurige Küstenstraße sorgt für Adrenalinschübe.

Über Rijeka Crnojevica nach Budva (80 Km)

Die Pracht des Skadarsees und seiner Umgebung offenbart sich am besten auf dem Weg von Virpazar nach Rijeka Crnojevica. Rund eine Stunde ist man auf einer der schönsten Straßen Montenegros unterwegs, bevor man den verträumten Ort erreicht. Mindestens einen Kaffee sollte man sich am gleichnamigen Fluss gönnen, bevor es zum beliebten Aussichtspunkt Pavlova Strana geht. Hier bietet sich der vielleicht schönste Ausblick im gesamten Skadar-Nationalpark.

Von dort einfach dem Straßenverlauf bis zur M2-3 folgen, die direkt nach Budva führt. Nach einer Fahrt durch die bergige Landschaft eröffnet sich ein Szenenwechsel: Die Adria zeigt sich.

In der Bucht schimmert die Küstenstadt Budva im Sonnenlicht. Hinab führen Serpentinen. Maritimes Flair. Eine weitläufige, von Palmen gesäumte Strandpromenade und der Duft des Meeres empfangen Besucher.

Budva und Sveti Stefan (20 Kilometer)

Budva ist ein Touristen-Hotspot, in dem gern gefeiert wird. Die ummauerte Altstadt versprüht trotzdem Charme. Es macht Freude, sich in den Gassen zu verlieren und unverhofft an dem kleinen Strand der Altstadt herauszukommen.

Wenn man schon in Budva ist und ein Auto zur Verfügung hat, sollte ein Abstecher zur kleinen, vorgelagerten Insel Sveti Stefan nicht fehlen – ein wahres Postkartenmotiv.

Von Budva nach Kotor (50 Kilometer)

Von Budva geht es über Porto Montenegro nach Kotor. Der Umweg ist lohnenswert. So bekommt man nicht nur den Jachthafen zu sehen, sondern auch den besten Eindruck von der Bucht von Kotor. Von Porto Montenegro führt nämlich eine echte Traumstraße, die Jadranska Magistrala, direkt am Wasser entlang.

In Kotor ist sofort offensichtlich, warum die Stadt die vielleicht bekannteste Sehenswürdigkeit Montenegros ist. Zweitausend Jahre Geschichte präsentieren sich hier malerisch. Die älteste Stadt des Landes wurde von den Römern gegründet. Die 1300 Stufen der Festungsruine nehmen die meisten gern in Kauf, um den Blick auf die fjordartige Landschaft genießen zu können.

Zum Übernachten empfiehlt sich der Nachbarort Dobrota. Dort locken kleine Privatunterkünfte am Berghang. Der Ausblick auf die Bucht verführt dazu, länger als nur eine Nacht zu bleiben.

Lovcen, Perast und Herceg Novi (120 Km)

Nun rufen wieder die Berge. Nur eine Stunde ist es mit dem Auto von Dobrota aus in den Nationalpark Lovcen. Je höher man aufsteigt, desto großartiger wird die Aussicht auf die Küstenlinie.

Nach der Einfahrt in den Nationalpark verengt sich die Straße und wird einspurig. Das erfordert Aufmerksamkeit. Vom Parkplatz am Aussichtspunkt geht es zu Fuß weiter. Rund 460 Treppenstufen führen durch einen Tunnel. Die Aussicht am anderen Ende ist unvergesslich.

Zurück in die Bucht von Kotor. Dort versteckt sich Perast, der wohl romantischste Küstenort Montenegros. Hier kann man idyllisch am Wasser speisen. Anschließend geht es weiter auf der Küstenstraße E65 entlang der Bucht von Kotor bis nach Herceg Novi. Der Ort bietet Strände, eine Promenade und eine Altstadt mit Festungsbauten und Amphitheater aus dem 16. Jahrhundert.

Kloster Ostrog und Zabljak (220 Kilometer)

Heute folgt eine Ausnahme: Man verbringt vier bis fünf Stunden am Steuer. Doch es lohnt sich. Unterwegs von Herceg Novi zum Kloster Ostrog ist die Landschaft zunächst weniger spektakulär als in den Tagen zuvor. Am Ende wartet jedoch eine acht Kilometer lange Serpentinenstraße hinauf zum Sakralbau auf 900 Metern Höhe. Die schmale Fahrbahn am Berg ist nichts für schwache Nerven.

Es grenzt an ein Wunder, dass Bischof Vasilije Ostroski im 17. Jahrhundert hier ein Kloster in zwei Höhlen einer senkrechten Felswand errichten ließ. Da man die Serpentinen wieder hinunterfahren muss, kann ein Gebet nicht schaden. Nun geht es weiter Richtung Zabljak in den Durmitor-Nationalpark, wo sich mindestens zwei Übernachtungen empfehlen.

Der Durmitor und die Tara-Schlucht (20 Km)

Zabljak ist mit 1456 Metern der höchstgelegene Ort Montenegros und der ideale Ausgangspunkt für Ausflüge in den Durmitor-Nationalpark. Wer Lust auf eine entspannte Wanderung hat, der sollte zum Crno jezero, dem Schwarzen See. Trotz des Namens schimmert das Gewässer eher smaragdgrün.

Unweit von Zabljak befindet sich die spektakuläre Tara-Schlucht, welche insbesondere am Brojila-Aussichtspunkt optisch ihre volle Wucht entfaltet. Von dort blickt man mehr als 1000 Meter in die Tiefe des rund 78 Kilometer langen Canyons.

Auf zum Bobotov Kuk (40 Kilometer)

Der Durmitor-Nationalpark beherbergt den höchsten Berg Montenegros, den Bobotov Kuk. Für erfahrene Bergwanderer ist der Aufstieg ein Muss. Gut drei Stunden benötigt man, um vom Startpunkt in Sedlo den Gipfel zu erreichen. Es gibt luftige Passagen mit Seilversicherungen, an denen man sich heraufziehen muss. Ganz oben, kurz vor dem Gipfel, wartet noch ein nervenaufreibender Felsvorsprung. Auch wer diese letzten Höhenmeter nicht mitnimmt, hat eine grandiose Sicht.

Wer keine Lust auf eine anspruchsvolle Bergwanderung hat, der kommt im Durmitor dennoch auf seine Kosten: Die Straße P14, die von Zabljak nach Sedlo und weiter führt, gehört zu den schönsten des Landes.

Zurück nach Podgorica (180 Kilometer)

Die Strecke von Zabljak in die Hauptstadt ist wieder eine Augenweide. Auf der P4 führt sie entlang der Tara. Nach etwa 25 Kilometern erreicht man die Durdevica-Tara-Brücke. In bis zu 150 Metern Höhe spannt sich das spektakuläre Bauwerk über den Fluss. Auch wundert man sich, wie die Gebirgsstraße in die Felsen gehauen wurde. Weiter auf der E65. In dem Ort Kolasin empfiehlt sich eine Mittagspause.

Reisezeit:Badeurlaub ist von Juni bis September am besten. In den milden Monaten Mai und Oktober sind weniger Touristen unterwegs, Unterkünfte sind günstiger zu mieten.

Anreise und Mietwagen:Von verschiedenen deutschen Flughäfen aus gibt es günstige Direktflüge nach Podgorica. Den Mietwagen mit Abholung am Flughafen am besten online mehrere Wochen im Voraus buchen.

Währung:In Montenegro wird mit dem Euro gezahlt. Für rund zehn Euro bekommt man eine SIM-Karte mit mehreren Gigabyte Datenvolumen, was zum Navigieren völlig ausreicht.


Reise- und Sicherheitshinweise:   http://dpaq.de/mqwjo 

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