Phuket Das Einschiffen vor Patong Bay geht entspannt vonstatten. Wenn die „Star Clipper“ im Westen Phukets neue Gäste aufnimmt, um auf große Fahrt durch die thailändische Andamanensee zu gehen, ist erst einmal Eingewöhnen angesagt. 170 Gäste und 78 Crewmitglieder finden Platz auf dem Segelschiff, das zu den größten Passagier-Segelschiffen der Welt gehört. Casinos, Shops und Achterbahnen sucht man auf der 1992 gebauten, 115 Meter langen „Star Clipper“ vergebens.

Das gemeinschaftliche Segelerlebnis steht im Vordergrund – und das bereits, wenn beim Auslaufen aus Patong Bay am ersten Abend zu Vangelis‘ „Conquest of Paradise“ Crew und Passagiere gemeinsam die Segel setzen, um den imposanten Viermaster in Richtung offene Andamanensee zu manövrieren. „Ihr seid auf Eurer Reise nicht nur Gäste auf diesem Schiff. Ihr seid ein Teil davon“, lässt Kapitän Yuriy Slastenin, ein heiterer ukrainischer Mittfünfziger mit 30 Jahren Erfahrung auf Hochseesegelschiffen, seine neuen Gäste bei der Begrüßung wissen.

Aufstieg in Ausguck

Alles an Deck kann und soll von den Passagieren erforscht werden. Knotenkunde und Sextantenbedienung gehören zum „Animationsprogramm“. Passagiere am Steuerrad sind auch kein Tabu, und der abgesicherte Aufstieg in den acht Meter über Deck liegenden untersten Ausguck ist für viele Gäste auf dem Segelschiff ohnehin ein Muss.

Dass ein Passagierschiff in den geschützten westthailändischen Nationalparks mit ihren spektakulären Felseninseln, Tropfsteinhöhlen und Traumstränden überhaupt eine Betriebsgenehmigung vorweisen kann, ist indes eine Besonderheit: „Mit Ausnahme kleiner einheimischer Boote dürfen wir als einziges Passagierschiff in dieser Region operieren“, klärt Cruise Director Peter, einer der Deutschen unter den aus elf Nationen stammenden Crewmitgliedern der „Star Clipper“ auf.

Und in der Tat – über Tage ist nach dem Einschiffen kein anderes Kreuzfahrtschiff zu sehen auf der Route zwischen Patong Bay, dem quirligen Weltkulturerbe George Town auf der malaysischen Insel Penang und zurück nach Phuket. Lediglich Krabbenfischerboote begleiten das Segelschiff durch die Nacht – und am Tag teilt sich das eine oder andere Schnellboot vom Festland die Strände der westthailändischen Inseln mit den Passagieren der „Star Clipper“.

„Wir bevorzugen beim Anlaufen die Inseln, wo wir beim Schnorcheln Tausende Fische sehen anstatt Tausende Menschen“, lautet Peters Ansage. Er soll recht behalten. Oft sind die kleinen Inseln der Andamanensee mit ihren feinen weißen Korallen- und Sandstränden noch völlig menschenleer, wenn Kapitän Yuriy am Morgen den Anker setzt und die Tenderboote klarmachen zum Übersetzen. Erst am frühen Nachmittag werden einige Schnellboote mit vorwiegend chinesischen Gästen vom Festland dort anlegen. Bis dahin gehören die Strände den Gästen der Star Clipper, auf die am Monkey Beach von Ko Butang schon einige neugierige Äffchen warten.

Auch die weiteren Strandausflüge nach dem Landgang im indischen und chinesischen Viertel von George Town auf Penang bleiben nachhaltig in Erinnerung. Auf Ko Adang und Ko Rok Nok sind die Strände goldfarben, und während die Crew auf Ko Adang ein Barbecue am Strand organisiert, späht auf Ko Rok Nok bisweilen auch mal ein ausgewachsener Waran aus dem Unterholz.

Das Wasser der Andamanensee ist seicht und warm, und das organisierte Wassersportangebot – Schnorcheln, Segeln, Jet-Ski und Stand-up-Paddeln – wird gern genutzt. Ebenso das Power-Yoga der Frühaufsteher am Morgen auf Deck – was angesichts spektakulärer Sonnenaufgänge nicht weiter verwundert.

Am Abend dann, wenn die Segel gesetzt und alle Passagiere mit asiatischen wie internationalen Köstlichkeiten aus der Schiffsküche versorgt sind, wird die auf Deck gelegene Tropical Bar zum Treffpunkt für die Passagiere.

Die familiäre Stimmung ist bei der Kreuzfahrt seit dem Ablegen in Patong Bay spürbar. Viele der Passagiere sind Segelenthusiasten. Sie lieben das Abenteuer, was spätestens klar wird, als Peter in der Quiznacht die berühmtesten Entdecker und Abenteurer der Welt anhand ihrer Segelschiffe zuordnen lässt. Bei manchem Gast führt das Quiz zu leuchtenden Augen.

Unter Naturschutz

Zum Ende der Segelkreuzfahrt holt der Massentourismus die Passagiere der „Star Clipper“ doch noch ein. Beim Ausflug nach Khao Phing Kan, wo sich 1974 bei den Dreharbeiten zum James-Bond-Klassiker „Der Mann mit dem goldenen Colt“ Roger Moore und Christopher Lee duellierten, ist Koh Panyee ein beliebter Anlaufpunkt. Die 007-Szenen, die seinerzeit auf Khao Phing Kan gedreht wurden, waren für die westthailändischen Inseln die Initialzündung ihrer touristischen Entwicklung.

Bis heute hat sich die Region einen Großteil ihrer Attraktivität bewahren können, vor allem weil die Nationalparks der thailändischen Andamanensee unter Naturschutz stehen und die Besucherzahlen streng limitiert sind. Kein Revier also für die Ozeanriesen der Neuzeit. Für ein Segelschiff indes eine entspannte Reise abseits der großen Kreuzfahrtrouten.

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