Nordenham /Europa Vor dem Berufseinstieg erstmal reisen – diesen Traum erfüllen sich jetzt Anna Saalbach und Finn Lankenau. Die beiden haben im vergangenen Jahr ihr Abitur gemacht. Dass sie etwas von der Welt sehen wollen, bevor sie in den Arbeitsalltag starten, stand für die beiden Freunde schon vor dem Schulabschluss fest. Doch natürlich musste erst das nötige Kleingeld und vor allem das richtige Gefährt her.

Im vergangenen Jahr fand Finn Lankenau dieses in Gestalt eines VW T5. „Das ist ein vernünftiges Auto, an dem man alles noch selbst reparieren kann“, sagt der 18-Jährige. Und zu reparieren und verändern gab es einiges. Den alten Bulli (Baujahr 2004) kaufte er von einem Klempner, der den Transporter für Fahrten zu den Kunden nutzte. Dass der Bulli mal eine rollende Werkstatt mit allerlei Gerätschaften, die für die Klempnerei benötigt werden, war, davon sieht man heute allerdings nichts mehr.

Gemütlicher Camper

Finn Lankenau hat in mühevoller Kleinarbeit und vor allem mit viel Leidenschaft einen gemütlichen Camper aus dem Transporter gemacht. Der Innenraum ist komplett mit Holz verkleidet. Und die Verkleidung bietet jede Menge Stauraum. Ein kleiner Holz-Tisch lässt sich herunter klappen.

Das bequem Sofa kann der 18-Jährige mit ein paar Handgriffen zu einem Bett umbauen – das genau an den zwei Meter großen Finn Lankenau angepasst ist. „Und vorne war der Teppich schon total abgenutzt, da ist jetzt auch ein neuer drin“, erzählt der 18-Jährige. Denn schließlich werden Finn Lankenau und Anna Saalbach die nächsten drei Monate mit dem Bulli unterwegs sein. Da muss jedes Detail stimmen.

In den Kofferraum hat er eine große Schublade eingebaut, die weiteren Stauraum bietet, aber auch als Tisch beziehungsweise Ablagefläche dient. Im Gepäck haben die beiden auch einen kleinen Elektroherd und – falls mal kein Strom zur Verfügung steht – auch einen Gaskocher. Dabei sollte der Strom eigentlich kein Problem sein, denn Finn Lankenau hat den Bulli mit einem externen Strom-Anschluss versehen. So können die beiden den Wagen auf Campingplätzen problemlos an das Stromnetz anschließen.

Doch der 18-Jährige hat noch weiter getüftelt. Denn die beiden haben auch ein ausklappbares Solarpanel dabei, so dass sie auch Solar-Strom erzeugen können. „Darüber lädt sich auch die Autobatterie auf“, erzählt der 18-Jährige. Sogar eine Solar-Dusche, die das Wasser über die Sonnenenergie erhitzt, haben die beiden im Gepäck.

„Ich hab erst überlegt, was wir alles brauchen und hab es dann einfach so gebaut, wie ich es mir vorgestellt habe“, erzählt er. Vor circa einem Jahr habe er schon einmal einen alten Mercedes wieder fit gemacht, so habe er schon ein paar Erfahrungen gesammelt. „Vieles habe ich mir erlesen oder einfach auf YouTube angeguckt. Bei den Tischlerarbeiten habe ich einfach losgelegt“, erzählt er. Die nötigen Werkzeuge hat er sich von seinem Vater und Onkel geliehen.

Ihre erste Station ist Stuttgart, von dort soll es weiter nach München gehen. „Da wohnt meine Tante“, sagt Finn Lankenau. Den Rest ihrer Reiseroute haben die beiden nur grob geplant. „Dann wollen wir weiter nach Kroatien, dann an den Gardasee und durch Italien“, erzählt Anna Saalbach. „Und an die Algarve nach Portugal“, fügt Finn Lankenau hinzu.

Genaue Stationen haben sie noch nicht festgelegt. „Wir wollen einfach drauflos fahren und gucken, wo es uns gefällt. Einen Campingplatz findet man ja eigentlich überall“, sind die beiden überzeugt. Zur Sicherheit haben sie sich ein Mobiles W-LAN-Gerät besorgt, damit sie auch von unterwegs schnell nach dem nächsten Campingplatz oder sehenswerten Orten im Internet recherchieren können. „Ich hab vor kurzem eine Reportage gesehen über einen Roadtrip durch Bayern. Die hatten jede Station voll durchgeplant“, erzählt Finn Lankenau. Darauf haben die beiden bewusst verzichtet.

Richtiger Zeitpunkt

Anna Saalbach hat gerade ihr Freiwilliges Soziales Jahr beim Sportverein Nordenham abgeschlossen. Ihr „Taschengeld“ hat sie für die Reise gespart. Die 19-Jährige überlegt, ob sie im Herbst ein Studium beginnt. Aber erstmal möchte sie etwas von Europa sehen.

Auch Finn Lankenau hat seit dem Abi verschiedene Jobs übernommen, um sich Geld für die Reise zu verdienen. Im Herbst beginnt er ein duales Studium in der Fachrichtung Maschinenbau.

Für beide also genau die richtige Zeit, um noch etwas von der Welt zu sehen, bevor der Ernst des Lebens beginnt.

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Merle Ullrich Brake / Redaktion Brake
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