New York Der Weg führt aus der U-Bahn heraus erst mal an Hot-Dog-Ständen vorbei. Dann steht man zwischen glatten Glasfassaden im Viertel Hudson Yards – und fragt sich, wer hier einen langweiligen Vorstadt-Geschäftspark bloß mit einem fotogenen Rummel gekreuzt hat.

25 Milliarden Dollar (etwa 22,7 Milliarden Euro) hat die Handvoll Designer-Wolkenkratzer gekostet. Viele New Yorker aber rümpfen die Nase: „Bloß nicht hingehen!“ Es gebe viele interessante Orte in der Stadt, Hudson Yards zählt für sie nicht dazu.

Wer den „Spielplatz für Milliardäre“ besucht, wie Medien die Hudson Yards genannt haben, bahnt sich dennoch seinen Weg durch ein Meer an Touristen, die im Mittelpunkt des Viertels stehen: vor dem „Vessel“ (zu Deutsch: „Gefäß“), einem eigentümlichen, 200 Millionen Dollar teuren Bauwerk, das sich auf dem Platz zwischen den Häusern befindet.

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Mehr als sechs Jahre wurde am größten und teuersten privaten Bauprojekt in der US-Geschichte gearbeitet. Im März 2019 gab es die Eröffnung. Gebaut wurden Büros für 40 000 Menschen und Wohnungen für 4000. Firmen wie SAP und L’Oréal haben sich angesiedelt, wo einst die Gleise hinter dem Bahnhof Penn Station das Bild prägten. Die Schienen sind immer noch da, denn die Hochhäuser stehen auf einer Plattform über den Gleisen.

Der einzige Grund für einen Besuch, so schrieb die „Washington Post“, sei der teuerste „Schuppen“ der Welt: „The Shed“ heißt das 500-Millionen-Dollar-Gebäude mit seiner spektakulären Architektur, das als interdisziplinäres Kunst- und Kulturzentrum angelegt ist.

Doch es gibt noch andere Gründe. Einer ist der Beginn der ehemaligen Hochbahntrasse „High Line“. Früher brachten hier Güterzüge ihre Waren zu Fabriken und Lagerhäusern, heute können Fußgänger auf der „High Line“ 2,5 Kilometer lang mitten durch New York flanieren. Und im Frühjahr 2020 eröffnet in knapp 345 Metern Höhe die offene Plattform des Wolkenkratzers „30 Hudson Yards“. Die Aussicht dort wird sich kaum übertreffen lassen. Zumindest für viele Einheimische ein weiterer Vorteil: Man kann die Hudson Yards von dort nicht sehen.

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