ROSTOCK Die Kraniche schweben in diesem Jahr früher als sonst in Mecklenburg-Vorpommern ein. Durch die frühe Ernte hat sich die Sammelphase der Zugvögel nach vorne verschoben. Schon jetzt sind auf den drei Hauptschlafplätzen im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft rund 3000 Kraniche zu sehen, teilt der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern in Rostock mit. In den kommenden Wochen werde die Zahl steil ansteigen. Bis Oktober sei im Nationalpark mit bis zu 70 000 Tieren zu rechnen. Die Region gehört zu den wichtigsten Kranichrastplätzen Europas. Ein guter Punkt für Kranichbeobachtungen ist das Kranich-Informationszentrum in Groß Mohrdorf. Dort gibt es vom 27. September bis 4. Oktober die „Woche des Kranichs“. Infos: www.kraniche.de

Die Insel ist ein Paradies für Ornithologen und Naturfreunde. Aber auch Wellness und Gaumenfreuden sind reichlich im Angebot.

von Liane Ehlers

Wenningstedt/Sylt Wie ein leichtes Peeling treibt der Wind den Sand über die Haut. Wir sind mit der Biologin Sabine Wolf im Naturschutzgebiet am Sylter Ellenbogen, das Touristen auch unter Führung nur höchst selten betreten dürfen, auf dem Weg zur großen Wanderdüne. „Bepflanzungen mit Strandhafer stoppen die Wanderung“, erklärt Sabine Wolf, „aber das ist hier nicht gewollt.“ Teilweise hat sich der Strandhafer von alleine dort angesiedelt. Drei Wanderdünen gibt es noch auf Sylt, die größte ist zurzeit ca. 900 Meter breit, einen Kilometer lang und 30 Meter hoch. „Etwa vier Meter bewegt sie sich durch Sandflug pro Jahr Richtung List“, erzählt die Biologin.

Mehr als 300 Vogelarten

Der schmale Pfad, auf dem nur hintereinander gegangen werden darf, führt durch Braundünen, bewachsen mit Zwergsträuchern, Krähenbeeren, Glocken- und Besenheide. Sie sind Lebensraum für Silbergras und Flechten, bei deren Anblick sich mancher Mann an die Bäume der Miniatureisenbahn aus Kindertagen erinnert, dienten sie doch für Abermillionen Baumkronen. Brandgänse und Kiebitze sind dort zu Hause. Mehr als 300 Vogelarten gibt es auf der Insel, ein Paradies für Ornithologen und Naturfreunde.

Nur auf der Durchreise ist der Knutt, der auf seinem Weg von Sibirien über Marokko nach Südafrika u. a. im Wattenmeer Station macht, um sich am reich gedeckten Tisch zu stärken. „Wie die Stare fällt er zweimal im Jahr in Schwärmen ein und verdoppelt sein ursprüngliches Gewicht von ca. 70 bis 80 Gramm, bevor er weiter zieht“, berichtet Meeresbiologin Diane Seidel, während einer Wattwanderung zu den Sylter Austernbänken. Eine Million Sylter Royal gehen als Delikatesse pro Jahr in alle Welt.

Was wie eine Schlickwüste aussieht, gehört seit diesem Sommer zum Weltnaturerbe der Unesco und reicht vom holländischen Den Helder bis zur Nordspitze von Sylt. Mehr als 400 Kilometer Küste fallen zweimal pro Tag trocken und sind ein einzigartiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen. „Allein 60 bis 70 Arten können wir bei Ebbe mit bloßem Auge sehen“, weiß Diane Seidel.

„Hinter jedem kleinen Hügel lebt ein Wattwurm“, lacht sie, sticht die mitgeführte Grabegabel unter einem Fresstrichter aus organisch sauberem Sand ein und fördert ein Prachtexemplar zutage, das als Köder jedes Anglerherz entzücken würde.

Doch es soll an diesem Nachmittag nicht der einzige Fund bleiben. Es gibt auch viel Essbares für Menschen: Das reicht von Pantoffelschnecken über wilde Austern bis zu Grünalgen. Die haben im Rohzustand auf der Zunge zwar die gefühlte Konsistenz einer Plastiktüte, blanchiert und mit einem aromatischen Dressing aus Essig und Öl zubereitet, sind sie als Salatbeilage durchaus genießbar.

Tipps für Gourmets

Besonders gesund, weil reich an Jod, Proteinen, Vitaminen und Spurenelementen ist die Braunalge Laminaria (Kombu Royal), die auf einer Sylter Algenfarm angebaut wird. Küchenchef Andre Severin vom Lindner Hotel Windrose in Wenningstedt weiß ihre Qualitäten für eine naturbelassene, würzige Meeresküche zu schätzen. Sechs Minuten gekocht, mit Zwiebeln angebraten und gewürzt, werden sie unter Lollo Rosso oder Blattsalate gemischt. Ein Geheimtipp des Maître: Fischfilet mit Zitronensaft und Pfeffer würzen, dann mit blanchierten Kombu Royal umwickeln, in Öl scharf anbraten und für drei bis vier Minuten in Butter in der Pfanne oder im Ofen weiter garen.

Gesund durch Thalasso

Doch das Wattenmeer bietet nicht nur etwas für Gaumen und Sinne. Auch für die Schönheit hat die Natur den Tisch reich gedeckt: Und da ist es wieder, dieses Gefühl von leichtem Peeling, als im Wellnessbereich des Hotels zarte Hände mit einer Mischung aus grobem Meersalz und aromatischen Ölen den Rücken massieren. Die Haut wird gut durch durchblutet und glatt. Schon die alten Römer wussten die Heilkräfte des Meeres bei Thalassotherapien zu schätzen.

Meeresschlick enthält dabei zehnmal mehr Mineralstoffe als Wasser. Packungen erhöhen die Elastizität des Gewebes. Viele Sylturlauber – Frauen, aber auch immer mehr Männer – wissen das neben der guten Luft zu schätzen.

Frankfurt/Main/tmn Die „Höllenschlucht“ auf Teneriffa ist derzeit wegen Ausbesserungsarbeiten geschlossen. Für Besucher soll die im Süden der Kanareninsel gelegene „Barranco del Infierno“ am ersten Wochenende im Oktober wieder geöffnet werden. Darauf weist Teneriffas Tourismusvertretung in Frankfurt hin. Die Schlucht mit ihrem etwa sieben Kilometer langen Wanderweg liegt in der Nähe von Adeje und ist ein beliebtes Ausflugsziel. Färjestaden/tmn Die Ostseeinsel Öland feiert vom 24. bis 27. September das größte Erntefest Schwedens. Geplant sind rund 900 Aktivitäten und Veranstaltungen rund um Kulinarik und Kunsthandwerk. Restaurants, Cafes, Hofläden und Bauernmärkte präsentieren beim „Skördefest“ vier Tage lang regionaltypische Gerichte. Einer der Höhepunkte ist laut dem Tourismusbüro die „Kunstnacht“ am 25. September. E-Mai: info@olandsturist.se

www.olandsturist.se/de

Reise-informationen – Erlebniszentrum Naturgewalten

Seit Juni 2009 gehört das deutsch-niederländische Wattenmeer zum Weltnaturerbe der Unesco. Noch bis Anfang Oktober gibt es geführte Wanderungen.

In kompakter Form kann man im neuen „Erlebniszentrum Naturgewalten Sylt“ am Lister Hafen auf drei Ebenen alles rund ums Wattenmeer, die Kräfte der Nordsee und zum Klima erfahren.

Informationen unter

04651/ 82 020

Mehr Infos unter:

www.sylt.de

www.naturgewalten-sylt.de

www.lindner.de/de/LHWR

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