Muscat „Weihnachten ist die schönste Jahreszeit“, schwärmt Anett. Nicht nur wegen der mit Weihnachtsschmuck festlich dekorierten Läden in Muscat, der Hauptstadt des Oman. „Dann gibt‘s Grünkohl! Einfach köstlich“, sagt die gebürtige Berlinerin mit einem Omani als Ehemann. Dazu Gans. Denn Schweinefleisch ist tabu im muslimischen Land. „Mein Mann würde am liebsten jeden Tag Grünkohl essen“, versichert Annett.

Spektakuläre Berge

Einfach verwirrend, dieses Land der orientalischen Märchen – mit Wurzeln tief in der Bibel. Die Heiligen drei Könige kamen aus dem Land des Weihrauchs, dem Oman. Die Weihrauchstraße beginnt seit Menschengedenken dort.

Heute gehört das Sultanat zu den kleinsten, aber auch geheimnisvollsten Ländern der arabischen Halbinsel an der Südostspitze. Mit einer faszinierenden Hauptstadt ganz in Weiß und einem blau-gold schimmernden Palast. In der Sultan-Qaboos-Moschee hängt der weltgrößte freihängende Kronleuchter der Welt von Swarovski in Tirol. Mit spektakulären Gebirgszügen, die an Mondlandschaften erinnern, und mit der größten, unberührten Wüstenlandschaft im gesamten arabischen Raum.

Beduinen leben dort wie jeher und sind Gastgeber beispielsweise im „Tausend-und-eine-Nacht-Camp“ in den Wahiba Sands. Im Zelt schlief dort schon Ex-Bundespräsident Christian Wulff mit Gattin Bettina. Dazu wildromantische Souks, eine zerklüftete Küstenlandschaft mit Schwärmen von Delfinen und einer spektakulären Taucherwelt.

Aber der Alltag ist mindestens so faszinierend. Wer ein Auto fährt, muss wissen: Einmal über Rot gleich eine Nacht Polizeiknast. Zweimal gleich zwei Nächte und beim dritten Mal 30 Tage. Alkohol am Steuer? Streng verboten! Bei Alkohol plus rote Ampel ist das Auto weg. Für immer. Konfisziert. In Muscat lauert an jeder (!) Kreuzung mit Ampel ein Blitzapparat. Hat der Polizeichef aus Deutschland mitgebracht. Seitdem sind die Todeszahlen um die Hälfte zurück gegangen. Auf dem Land dienen die Tempo-Schilder nur als unverbindliche Hinweise. Die doppelte Geschwindigkeit steckt locker drin.

Die Beduinen leben von Ziegen, Kamelen und Touristen. Letztere reiten gern die Kamele und zahlen locker acht Euro für 150 Meter. Die Gastfreundschaft der „Bedus“ kostet extra: 25 Rial – oder rund 65 Euro – für einen Blick ins Innere der Zelte plus omanischen Kaffee mit Kardamon sowie leckere Datteln. Der Omani kennt über 60 Dattelsorten – schlicht die weltweit besten.

Daumen hoch

Nächte im Wüstencamp vergisst niemand: ein Naturerlebnis das Bad ohne Dach – Mond und funkelnde Sterne dienen als Lampe.

Die Nächte bieten eine himmlische Ruhe, wenn die Kamele draußen nicht schmatzen oder Koreaner partout zum Mondlicht mit Skiern die Sanddünen runterrauschen oder das Echo mit „Halleluja“ testen wollen. Das kostet Schlaf. Dafür entschädigt der Sonnenuntergang über einer grandiosen Dünenlandschaft. Kein Maler kann mehr Kitsch auflegen. Einfach grandios. Ebenso die orientalischen Spezialitäten zum Abend. Fabelhaft. Gut, der Koch ist Inder. Aber ein Dinner mitten in der Wüste – wer wird da kleinlich sein. Die Omanis überlassen das Arbeiten lieber den vielen Helfern aus Indien, Pakistan, Bangladesch und den Philippinen.

Terroranschläge, Islamisten oder IS-Anhänger? In diesem Land kein Thema. Der letzte blutige Zwischenfall datiert auf das Jahr 1970 zurück, als der junge Sultan Qaboos seinen Vater vom Thron putschte. Beim Versuch, Widerstand zu leisten, schoss sich der alte Sultan beim Laden seiner Pistole in den Fuß. Seitdem herrscht Ruhe. Dafür garantiert ein effizientes Polizei-, Geheimdienst und Militär-System. Die Ohren des Sultans hören alles.

Der Oman verzeichnet die geringste Kriminalität in der gesamten Region. „Die Schweiz im Nahen Osten“, sagt jemand. Kein Widerspruch. Nur nicht so teuer. Bei Weitem nicht. Alles sehr erschwinglich für deutsche Touristen. Die sind übrigens beliebt. Das heißt: deutscher Fußball. Viele Kinder tragen stolz das Trikot von Borussia Dortmund. Und wer sich als Deutscher zu erkennen gibt, bei dem gehen die Daumen hoch. Nicht nur bei Kindern.

Die Geheimnissedes Omans sind für deutsche Touristen problemlos zu entdecken, ob als Einzel- oder Gruppenreisender. Wer wilde Bergregionen und die ausgedehnte Wüste alleine erkunden will, sollte einen Geländewagen mieten – oder besser: in kleinen Gruppen und mit einem Chauffeur.

Täglichgibt es mehrere Flüge von Deutschland in die Hauptstadt Muscat oder ins eher tropische Salalah.

Für die Einreise reicht ein Reisepass. Ein Visum gibt es im Flughafen. Dort wird das Gepäck penibel kontrolliert. Lebensmittel, freizügige Literatur und mehr als eine Flasche Alkohol sind verboten. Bier und Wein gibt es problemlos in Hotels.

Die beste Reisezeit ist von Oktober bis Ende März mit erträglichen Temperaturen um 25 Grad. Im Sommer kann es über 50 Grad werden. Die Hotels entsprechen europäischen Standard. Die Luxusherbergen gelten als Weltspitze.

NWZ-Leserreisen
Traumhafte Urlaubsreisen - bestens organisiert und betreut mit deutscher Reisebegleitung ab Oldenburg.

Gunars Reichenbachs Chefkorrespondent / Redaktion Hannover
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.