Nizza Der erste Bouvier, der in die USA auswanderte, kam aus der Provence, genauer: aus dem Departement Gard um Avignon und Nîmes. Er landete 1815 in Philadelphia und ahnte natürlich nicht, dass seine Nachfahrin Jacqueline Bouvier Kennedy Onassis (1929–1994) rund 150 Jahre später First Lady der Vereinigten Staaten von Amerika werden würde. „Heute ist Jackie eine Ikone“, urteilt Emilie Imbert von der Galerie Ferrero in Nizza, die noch bis Mai eine große Zahl irdischer Hinterlassenschaften von Jackie Kennedy zeigt, die im Innersten ihres Herzens Französin war. Zu sehen sind auch Fotos aus den Archiven des JFK-Museums in Boston, die bisher noch nie an die Öffentlichkeit gelangt waren.

Zu den Prunkstücken der Ausstellung gehören Reproduktionen von Jackies erstem Hochzeitskleid, die schwarze Perlenkette, die sie 1961 bei ihrem Treffen mit General de Gaulle trug, und Briefwechsel mit André Malraux, Richard Nixon und Martin Luther King.

Ob Jackie Kennedy schön war, ist Geschmacksache. Jedenfalls war sie die Frau von John F. Kennedy (1917–1963), einem der seinerzeit begehrtesten Junggesellen der Welt. 1960 wurde die Diva zur bestgekleideten Frau der Welt gewählt . 1969 war sie auch Frau des Jahres.

Reich war die Bankierstochter und gebürtige Jacqueline Bouvier schon von Haus aus. Ihr Leben an der Seite des amerikanischen Präsidenten dürfte ihr wirtschaftlich ebenfalls nicht geschadet haben; am wenigsten aber ihre spätere Heirat mit dem griechischen Reeder-Milliardär Ariostoteles Onassis.

Um ihr privates Schicksal muss Jackie Kennedy keiner beneiden. Ihr Leben war gekennzeichnet von Affären, Niederlagen und Enttäuschungen. Kennedy hatte sie 1953 im feudalen Eden Roc Hotel am Cap d’Antibes noch kurz vor der Hochzeit nach Strick und Faden betrogen und seiner Geliebten, der deutschstämmigen Aristokratentochter Gunilla von Post, gar die Ehe versprochen.

Bei allen Affären ihres Mannes Jackie zeigte Haltung. Sie liebte extravagante Auftritte, mischte sich auch politisch ein, förderte insbesondere kulturelle Projekte und sorgte häufig für spektakuläre Schlagzeilen – zum Beispiel, indem sie wenige Stunden nach dem tödlichen Attentat auf JFK in dem mit seinem Blut bespritzten Kleid zu Lyndon B. Johnsons Vereidigung erschien.

Onassis, der nur selten mit Jackie zusammen war, ihr Verschwendungssucht vorwarf und mit der Opernsängerin Marias Callas fremd ging, hätte sie am liebsten abserviert. Seine konkreten Scheidungspläne wurden 1975 durch seinen plötzlichen Tod vereitelt.

Auch die zehnjährige Ehe mit JFK war alles andere als glücklich. Das belegen ihre vielen Briefe an einen irischen Priester, die erst 2014 auftauchten.

Im Herzen war die Literaturwissenschaftlerin und Pressefotografin bei der Washington Times-Herald eine Französin. Nicht nur, dass Jackies Vorfahren aus Südfrankreich kamen (Jean-Louis Trintignant war ein entfernter Vetter). Sie studierte an der Sorbonne und belegte 1950 Zeichenkurse am Louvre. Sie liebte das Pariser Quartier Latin und die Côte d’Azur, die provenzalischen Dörfer, insbesondere aber Nizza und seine Strände. Und dem Weißen Haus in Washington verlieh sie bis hin zum Speiseplan der dortigen Küche eine französische Note.


     www.galerieferrero.com 

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