Holdorf /Vechta /Oldenburg Im Indizien-Prozess vor dem Oldenburger Landgericht gegen den 24-Jährigen aus Vechta, der am 5. April vorigen Jahres einen Behinderten in dessen Wohnung in Holdorf mit einem Revolver aus dem Rollstuhl geschlagen und ausgeraubt haben soll, hat die Staatsanwaltschaft am Freitag knapp sechs Jahre Gefängnis für den Angeklagten gefordert. Sie sieht den 24-Jährigen in allen Punkten der Anklage als überführt an.

Nicht so die Verteidigung. Sie plädierte auf Freispruch. Mit Spannung wird nun das Urteil erwartet, das in der kommenden Woche verkündet werden soll. Wie berichtet, ist der 24-Jährige angeklagt wegen besonders schweren Raubes mit einer Mindeststrafe von fünf Jahren Gefängnis. Er soll sich am Tattag unmaskiert zusammen mit zwei bislang unbekannten Mittätern Zutritt zur Wohnung des Rollstuhlfahrers verschafft haben.

Die Mittäter sollen dann auf den Mitbewohner des Rollstuhlfahrers eingeschlagen haben, während der 24-Jährige den Behinderten mit der Waffe aus dem Rollstuhl geschlagen haben soll. Die beiden mutmaßlichen Opfer hatten den Angeklagten schwer belastet. Der Mitbewohner des Rollstuhlfahrers soll den 24-Jährigen auch von einem gemeinsamen Besuch eines Jugendamts-Kurses kennen. Die Verteidigung dagegen hält die beiden mutmaßlichen Opfer für unglaubwürdig.

Der Anklagevertreter allerdings ist von der Schuld des Angeklagten überzeugt. So sei der 24-Jährige schon am Nachmittag des Tatabends in der Nähe des Tatortes gewesen. Das habe eine Funkzellen-Auswertung ergeben. Das Handy des Angeklagten sei dort eingeloggt gewesen. Nachts habe der Angeklagte dann sein Handy zuhause gelassen. Eine Videoüberwachung seines Hauses habe aber aufgezeichnet, dass der Angeklagte zur Tatzeit sein Haus verlassen habe. Außerdem passe die Wunde am Kopf des Rollstuhlfahrers zu der Waffe, die später bei dem Angeklagten gefunden worden sei.

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