Im Nordwesten Der erste schwere Wintersturm hat am Freitag seine Spuren hinterlassen. So hatten zeitweise umgestürzte Bäume den Bahn-Fernverkehr komplett unterbrochen. Zwei Stunden im Zug ausharren mussten fast 300 Fahrgäste der Deutschen Bahn: Der Regionalexpress Emden-Hannover war um 6.50 Uhr kurz vor Schierbrok (Gemeinde Ganderkesee) von einem Baum gestoppt worden, den eine Sturmböe auf die Bahnstrecke Oldenburg-Bremen gekippt hatte. Mit Hilfe eines Turmtriebwagens konnte er schließlich in den Bahnhof Schierbrok geschoben werden, von wo aus die Passagiere in Bussen ihre Fahrt fortsetzten.

Hier sehen Sie die Wasserstandvorhersagen des Sturmflutwarndienstes für die Niedersächsische Küste

Bis 7.35 Uhr war die Bahnstrecke zwischen Hude und Delmenhorst voll gesperrt, danach konnte sie eingleisig befahren werden. Erst ab Mittag rollte der Zugverkehr wieder ungehindert. Von den Sperrungen und Einschränkungen waren auch die Züge und der S-Bahn-Verkehr der Nordwestbahn betroffen, die zwischen Hude und Delmenhorst zeitweise Busse einsetzte.

Sowohl die Schienenstrecke von Hamburg nach Bremen als auch nach Hannover waren blockiert. Gegen 17.30 Uhr war die Strecke Hamburg-Bremen wieder ganz frei. Zwischen Hamburg und Hannover war wieder eines von zwei Gleisen befahrbar.

Auf der Bundesstraße 212 südlich von Rodenkirchen erfasste gegen 11.30 Uhr eine Windbö einen Lastzug aus Polen. Sie wirbelte den leeren einachsigen Anhänger auf, der die Zugmaschine in das Ufer trieb. Die Bundesstraße wurde für zweieinhalb Stunden voll gesperrt.

In Berne fiel gegen 15 Uhr ein Baum und versperrte die Durchfahrt. In Wildeshausen stürzte ebenfalls ein Baum um. Verletzt wurde an der viel befahrenen Ausfallstraße jedoch niemand.

Robert Kowitz, Geschäftsführer der Tourismus-Service Butjadingen GmbH (TSB), bleibt gelassen: „Wir haben ja gewisse Erfahrungen im Umgang mit Unwetterwarnungen. Da die Wetterlage seit Montag absehbar war, haben wir in den vergangenen Tagen alles reingeholt, was wegwehen könnte. Wir haben die touristischen Einrichtungen gegen Orkanböen abgesichert und die Strände flutsicher gemacht. Eigentlich kann nichts passieren.“

Video aus Oldenburg: Feuerwehr entfernt Äste

Video Oldenburg: Sattelzug auf A29 in Berme gerutscht

Der Sturm hat auch Frieslands Feuerwehren auf Trab gehalten: Laut Gemeindebrandmeister Gerd Zunken hat es bis zum Nachmittag gut zehn Einsätze gegeben, bei denen die Einsatzkräfte der Feuerwehren im gesamten Landkreis größere Äste von den Straßen entfernten oder in einem Fall das vom Sturm abgehobene Dach eines Buswartehäuschens wegräumten.

Vor dem Sturm kapitulierte der Fährverkehr von Cuxhaven zur Hochseeinsel Helgoland. Einschränkungen gab es auch auf den Strecken nach Norderney und Wangerooge. Der Fährbetrieb nach Wangerooge ist für diesen Sonnabend abgesagt. Die Fähren nach Borkum, Juist, Baltrum und Langeoog fuhren vorerst noch nach Plan.

Das könne sich aber je nach Wetterlage schnell ändern, sagten Reedereisprecher. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz hatte zunächst eine Abweichung des Wasserstandes von zwei Meter über dem mittleren Hochwasser angekündigt.

Aufgrund des Sturms bleibt das Museumsdorf Cloppenburg an diesem Sonnabend geschlossen. Ob die Einrichtung am Sonntag, 11. Januar, öffnet, hängt von der Wetterlage ab. Der geplante Sonntagsspaziergang und das Mahlen in der Kokerwindmühle am Sonntag, 11. Januar, fällt auf jeden Fall aus.

Auch für diesen Samstag erwarten die Meteorologen Orkanböen in ganz Norddeutschland.

Norbert Wahn Redakteur / Politikredaktion
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