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Hannover /Oldenburg Ein Wissenschafts-Leuchtturm mit Schiffsmodell: Das Institut für Chemie und Biologie des Meeres an der Universität (ICBM) präsentiert sich auf dem Parlamentarischen Abend in der Landeshauptstadt Hannover nicht nur mit seiner Spitzenforschung. Im „Schlepptau“ brachten die Oldenburger auch die beeindruckende Miniatur-Ausgabe des Forschungsschiffs „Sonne“ mit – bestaunt von den rund 80 Gästen im Gartensaal des Neuen Rathauses.

„Eine Premiere in Blau“, schwärmt Landtags-Vizepräsidentin und Hochschulexpertin, Gabriele Andretta (SPD), und lobt zugleich die „sensationellen Entdeckungen“ des ICBM-Teams, angeführt vom amtierenden Direktor Helmut Hillebrandt. Forschungsministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne) hebt das überragende Interesse der Landesregierung an einem „der größten Ökosysteme“ hervor, schließlich verfüge Niedersachsen über eine Nordsee-Küstenlinie von 750 Kilometern. Uni-Präsidentin Katharina Al-Shamery setzt weitere Zahlen dazu: Fast 50 Prozent der Weltbevölkerung lebt in Küstennähe und die Hälfte der gesamten Sauerstoffproduktion geht auf Meeres-Pflanzen zurück. „Jeden zweiten Atemzug verdanken wir dem Meer“, bestätigt Hillebrandt, der dem Meer die „größte revolutionäre Vielfalt“ attestiert. Eine Vielfalt, aus der Menschen jedes Jahr 100 Millionen Tonnen Nahrung holen und dabei offenbar viel zerstören. Hillebrandt weist auf die „dramatische Abnahme der Meeresorganismen“.

Trotzdem bleibt noch viel zu staunen, wie Thorsten Dittmar vom ICBM mit einem halben Liter Wasser in einem Glas klarmacht. In der Hand hält Dittmar „30 Millionen einzellige Organismen“, gewonnen aus dem blauen Wassern unter dem Südpol. Blau? Wasser-Konzentrat ist „gelb“, verrät der Wissenschaftler dem Publikum. Der Auftritt des ICBM macht die Zuhörer nicht nur einmal sprachlos.

Der Blick hinter die Kulissen: Mehr Werbung geht nicht für die interdisziplinär zusammengesetzte Mannschaft in Oldenburg und Wilhelmshaven. Möglich, dass sich bald Nachwuchsforscher melden. Das neueste Zukunfts-Projekt: Bürgerbeobachtung. Interessierte sollen wechselnde Meeresfarben melden. Per App auf dem Handy. Forscherarbeit im Taschenformat.

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