Oldenburger Land Eine offizielle Geldübergabe mit Feierstunde und Dankesworten hat es wegen der Corona-Krise leider nicht gegeben. Aber ganz ohne Dank soll die generöse Spende der NWZ-Leser nicht bleiben: 228 920,50 Euro haben nämlich die Leserinnen und Leser der „Nordwest-Zeitung“ im Rahmen der vergangenen Weihnachtsaktion für seelisch kranke Kinder im Oldenburger Land gespendet. Mit einer so hohen Summe hatte eigentlich niemand gerechnet.

Mit dem Geld kann nun ein Traum von Dr. Agneta Paul in Erfüllung gehen. Die Chefärztin der Oldenburger Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie hat sich zum Ziel gesetzt, das Projekt „Musikhaus“ noch während ihrer Amtszeit umzusetzen. „Wenn mein Herzenswunsch verwirklicht ist, kann ich die Klinik getrost einem Nachfolger übergeben,“ sagt sie.

Und jetzt ist die Realisierung des Baus absehbar. Die Finanzierung des Vorhabens, das vom Verein der Freunde des Oldenburger Elisabeth-Kinderkrankenhauses organisiert wird, ist dank der großzügigen Spenden an die NWZ-Weihnachtsaktion gesichert. 250 000 Euro waren für das Projekt veranschlagt worden, sodass es jetzt an die Umsetzung gehen kann.

Das Musikhaus, das nach der momentanen Gesetzeslage nicht aus öffentlichen Mitteln finanziert werden kann, wird im kommenden Jahr im Rahmen einer Klinikerweiterung entstehen. Noch in diesem Monat soll der entsprechende Bauantrag bei der Stadt Oldenburg eingereicht werden, sodass zu Beginn des Jahres 2021 der Baubeginn erfolgen kann. Die Inbetriebnahme ist dann für das Frühjahr 2022 vorgesehen.

Das frei stehende 60-Quadratmeter-Haus ersetzt einen Raum für Musiktherapie, der zurzeit an andere Therapieräume grenzt – mit der Folge, dass es dort zu erheblichen akustischen Störungen kommen kann.

Das neue Haus soll zusätzliche Therapieangebote ermöglichen. Wenn Worte nicht ausreichen, um sich selbst zu verstehen, kann Musiktherapie dabei helfen, neue Zugänge zu sich selbst und anderen zu finden. Geplant ist ein einladender Raum voller Instrumente und Klangobjekte, ein Raum, der zum Ausprobieren und zum Experimentieren einlädt, der die Seele dazu bewegen soll, sich zu öffnen, die Gefühle wieder bewusster wahrzunehmen und ihnen freien Lauf zu lassen.

In einem Dankesbrief an die zahlreichen Unterstützer des Vorhabens schreiben Ihre Königliche Hoheit Caroline Herzogin von Oldenburg als Vorsitzende und Michael Thanheiser als 2. Vorsitzender des Vereins der Freunde des Kinderkrankenhauses, dass man mit den Spenden der Musiktherapie an der Klinik ein neues Zuhause geben „und somit die Behandlungsmöglichkeiten zum Wohle der kleinen Patientinnen und Patienten deutlich erweitern“ werde.

In dem Schreiben erinnern sie daran, dass die Leserinnen und Leser der „Nordwest-Zeitung“ bereits im Jahr 2007 einen wesentlichen Beitrag zum Bau einer „Spielscheune“ geleistet hätten.

Jürgen Westerhoff Redakteur / Regionalredaktion
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