Oldenburger Land Die Ackerhummel ist im Oldenburger Land offenbar besonders weit verbreitet. Bei der großen Insekten-Zählaktion des Naturschutzbunds Nabu im August wurde die Ackerhummel am häufigsten gesichtet. In einer weiteren Zählung im Juni war es noch die Steinhummel. Sie landete diesmal auf Platz sieben.

Bundesweit wurden im Rahmen des Nabu-„Insektensommers“ Fluginsekten wie Schmetterlinge, Hummeln, Bienen und Fliegen am häufigsten beobachtet.

Im Oldenburger Land war neben den beiden Hummeln der farbenprächtige Distelfalter in großer Zahl vertreten und landete bei der August-Zählung auf Platz zwei. Diese Entwicklung ist auf den starken Einflug des Wanderfalters aus dem Süden zurückzuführen, der bei uns auf seiner Reise Station macht. Denn das Ursprungsgebiet des Distelfalters liegt in Nordafrika, einige Falter treten sogar den fast 4000 Kilometer langen Rückweg an.

Der Nabu, Projektpartner der Aktion „NWZ-Insektenjahr“, hatte die Menschen im Oldenburger Land dazu aufgerufen, vom 2. bis zum 11. August Insekten zu beobachten, zu erfassen und zu melden. Unter den 40 Beobachtungsorten der Teilnehmenden im Oldenburger Land war, wie im Vorjahr, der eigene Garten der Favorit. Gärten sind wichtige Lebensräume und Refugien für Insekten geworden.

Einige Zählaktionen im August fanden aber auch auf Wiesen statt und es war eine schöne Erfahrung, aufgrund der sonnigen und trockenen Witterung ein Heuschreckenkonzert hören zu können. Dabei konnte auch das imposante Grüne Heupferd mehrfach beobachtet werden. Dieses Insekt kam bei der Zählung im Oldenburger Land auf Platz neun.

Bei den Hunderten von Graszünzlern – einem Kleinschmetterling – Heuschrecken und etlichen im Flug sehr schnellen Libellen kam der Laie allerdings an seine Grenzen. Hier halfen erfahrene Insektenkundler mit Beobachtungstipps. So pausieren viele Libellen immer wieder an derselben Stelle und können dann in Ruhe fotografiert werden.

Für das Bestimmen der Arten gilt: „Jeder so gut wie er kann“, denn die Vielfalt ist mit 33 000 Insektenarten riesig. Daher standen in beiden Zählzeiträumen nur je acht leicht erkennbare und weit verbreitete Sechsbeiner als „Kernarten“ im Fokus. „So erkennen wir, wo diese eigentlich häufigen Arten möglicherweise fehlen“, sagt Daniela Franzisi, die in der Berliner Nabu-Zentrale den Insektensommer organisiert hat. „Das ist so überschaubar, dass auch Anfänger schnell Erfolgserlebnisse haben.“ Auch Nennungen wie Libelle, Heuschrecke, Fliege etc. sind verwertbar.

Kinder und Erwachsene hatten bei den örtlichen Aktionen das eine oder andere Aha-Erlebnis, wenn sie Insekten ganz nahe kamen und zum Beispiel ihre erste Hosenbiene an der pumphosenartigen Behaarung an den Hinterbeinen erkannten. Das Bestimmen wurde anhand von Fotos und einem einfachen Bestimmungsbuch für Anfänger erleichtert.

Hilfe bei der Bestimmung von Insekten bietet auch die App „Nabu-Insektenwelt“ mit der integrierten fotografischen Erkennungsfunktion. Sie liefert aus einem Fundus der 122 am meisten beobachteten Insekten einen Vorschlag und dazu auch gleich ein Artenportrait. Wenn man zwischen einem Käfer und einer Wanze, einer Fliege oder einer Wildbiene unterscheiden kann, hat man schon einen tollen Einstieg in die Insektenwelt. Nach und nach kann man dann auch viele heimische Insektenarten leicht erkennen.

Wer mehr über Insekten erfahren möchte, findet jeden Monat auf der Homepage der Nabu-Stiftung Oldenburger Land das Porträt eines Insekts, das aktuell zu beobachten ist.


Die Ergebnisse der Nabu-Zählaktion finden Sie im Internet unter   www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/insekten-sommer/ergebnisse 
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