BRüSSEL Das Grünkohlessen der niedersächsischen Landesvertretung in Brüssel hat sich in der deutschen EU-Szene zu einem der beliebtesten Anlässe im ansonsten prallvollen Terminkalender gemausert. Das bewies das besonders starke Interesse in diesem Jahr. Mit mehr als 300 Teilnehmern war der Gourmetabend schon seit Wochen „ausverkauft“.

Partnerstadt des Abends war diesmal Oldenburg, das den Auftritt auf dem Brüsseler Parkett natürlich ausgiebig nutzte, um kräftig Imagewerbung zu betreiben – passend zum Stadtjubiläum 900 Jahre Oldenburg. Aus dem „Merian-extra Oldenburg“ erfuhren die Grünkohl-Esser, warum die charmante alte Residenzstadt ein „Schatz“ ist, den es vielfach noch zu entdecken gilt.

Dass der deftige niedersächsische Grünkohl ausgesprochen gut mundete, war das Verdienst des Landgasthauses Recker aus Diepholz. Ein Fünf-Mann-Team war schon drei Tage vorher mit einem eigenen Lastwagen angereist. An Bord: 30 Kilo Kassler Nacken, hunderte Stück Pinkelwurst, Dutzende Platten mit rauchendem Bauchspeck und jede Menge frisch geernteter Grünkohl. Eine Hochzeitssuppe, gut gekühltes Jever sowie Weizenkorn rundeten den Genuss ab.

Wie humorig der Niedersachse ist, bewies der Kabarettist Dietmar Wischmeyer alias „Günther, der Treckerfahrer“, der den neuesten Klatsch und Tratsch aus dem „Land des Lächelns“ unters Volk brachte. Noch ganz unter dem Eindruck des Wahlsonntags pries er seine Heimat mit stolzer Niedersachen-Brust als Hort der Stabilität, während sich die regierungslosen Hessen („die Äppelwoi-Heinis“) wie „Schwachmaten“ aufführten, kalauerte der bekannteste Treckerfahrer des Landes.

Von seiner humorigen Seite zeigte sich auch EU-Botschafter Edmund Duckwitz, der sich als bekennender Bremer outete. Gekonnt spannte der Diplomat den Bogen von der ehrgeizigen EU-Klimaschutzpolitik zum Grünkohl: „Mein Vater hat früher auf einer kleinen Parzelle Grünkohl angebaut, daher weiß ich, wie viel Frost er braucht.“

Die Farben Oldenburgs vertrat die Erste Stadträtin Silke Meyn, die anstelle von Oberbürgermeister Gerd Schwandner in die EU-Hauptstadt gereist war. Die Erste Bürgermeisterin Rita Schilling (Grüne), Ratsvorsitzende Esther Niewerth-Baumann (CDU) und Stadtsprecher Marco Sagurna nahmen ebenfalls teil. Auch Universitätspräsident Uwe Schneidewind und CeWe-Color-Chef Rolf Hollander ließen sich den Kohl schmecken. Gäste waren ferner Ministerpräsident Christian Wulff, EU-Parlamentspräsident Hans-Gert Pöttering und die Oldenburgerin Heike Bockmann für die SPD-Landtagsfraktion.

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