Oldenburg /Bremen /Ludwigsburg Nachdem ein Hochzeitskonvoi am Karsamstag für Verkehrsbehinderungen auf der A 28 in Fahrtrichtung Leer gesorgt hat, ermittelt die Polizei wegen Gefährdung des Straßenverkehrs – insbesondere durch grob verkehrswidriges und rücksichtsloses Rechtsüberholen – sowie wegen Nötigung. Das teilte Stephan Klatte, Pressesprecher der Polizeiinspektion Stadt Oldenburg/Ammerland auf NWZ-Anfrage mit.

Wie berichtet, hatte eine türkische Hochzeitsgesellschaft am Samstag gegen 15 Uhr unmittelbar vor dem Autobahnkreuz Oldenburg-Ost mit etwa 25 „hochwertigen“ Fahrzeugen andere Verkehrsteilnehmer mehrfach „in verkehrswidriger Weise“ überholt, war über Seitenstreifen gefahren und hatte zeitweise den Verkehr ausgebremst. Mehrere Streifenwagenbesatzungen stoppten die Hochzeitsgesellschaft schließlich im Steenkenweg im Oldenburger Stadtteil Osternburg.

In ganz Deutschland hat die Polizei immer wieder mit ausufernden Feiern von Hochzeitsgesellschaften und kriminell anmutendem Verhalten der Gäste zu tun. „Für die, die das machen, ist es Imponiergehabe mit Autos, die ihnen möglicherweise auch gar nicht gehören. Damit will man zeigen, was man hat und wer man ist“, sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Michael Mertens. Junge Männer definierten sich über dicke Autos und schlügen über die Stränge. „Wir müssen dem richtig konsequent den Riegel vorschieben und deutlich machen, dass dieses Verhalten auch zum Entzug des Führerscheins führen kann“, betonte Mertens.

Die Bremer Polizei verteilte vergangenes Jahr in beliebten Veranstaltungsorten, Kulturvereinen und Brautmodengeschäften Handzettel mit Verhaltensregeln auf Deutsch und Türkisch, in denen darauf hingewiesen wurde, dass das Abfeuern von Waffen jeder Art und das Zünden von Feuerwerkskörpern zu unterlassen ist. 2017 registrierte die Polizei 20 Hochzeitskonvois, bei denen die Beteiligten Straftaten und grobe Ordnungswidrigkeiten wie Gefährdung des Straßenverkehrs begingen. Im September 2017 hatten Teilnehmer einer türkischen Hochzeitsgesellschaft Böller in der Innenstadt gezündet und mit Schreckschusswaffen in die Luft geschossen.

In Ludwigsburg hatten Mitglieder einer Hochzeitsgesellschaft Ende März mit mindestens vier teuren Autos auf der Autobahn 81 bei Stuttgart den Verkehr blockiert und den entstehenden Stau gefilmt. Der Verkehr kam komplett zum Erliegen. Hochzeitsgäste lehnten sich demnach zum Filmen des Staus aus den Autofenstern. Ein Polizeisprecher sagte dazu: „Das Blockieren der Autobahn ist ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr und kann unter Umständen auch zu einer Haftstrafe führen.“

Jantje Ziegeler Redakteurin / Online-Redaktion
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