Norderney /Spiekeroog Zahlreich fliehen sie vor „Alaaf“ und närrischem Trubel auf die Inseln - an der ostfriesischen Küste hat man sich dieses Wochenende auf Karnevalsmuffel aus dem Rheinland eingestellt. „Die Leute aus den Karnevalshochburgen kommen dann hierher, weil sie sich dem Kamelle-Umzug entziehen wollen. Die suchen Ruhe und Erholung“, sagte ein Sprecher der Staatsbad Norderney GmbH. Auf der Insel setze man bis Rosenmontag daher auf ein Kontrastprogramm, zum Beispiel den Vortrag eines Meeresbiologen oder ein Akustikkonzert. Am Strand spazieren und Natur genießen könnten die Gäste ohnehin. „Wir fangen nicht an, etwas anzubieten, was die in Köln oder Düsseldorf viel besser können.“

Traditionell kommen zum Karnevalswochenende mehr Besucher auf die Inseln als zum Ende des Winters üblich. Auch der Bürgermeister von Spiekeroog, Matthias Piszczan (CDU), führt das auf Karnevalsflüchtlinge zurück. „Dann machen die Restaurants wieder auf, die Hotels rüsten sich, es erwacht wieder alles zum Leben.“ Rund 1000 Gäste erwartet er übers verlängerte Wochenende. Norderney verbuchte im vergangenen Jahr knapp 5800 Anreisen, rund 60 Prozent mehr als zwei Wochen vor Karneval. Auch auf dem Festland reagiert man auf das Mehr an Touristen: In Emden öffnet ein Museum, das Komiker Otto Waalkes gewidmet ist, mitten in seiner Saisonpause.

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