Delmenhorst Die getötete Obdachlose aus Delmenhorst hat bis kurz vor ihrem Tod in einem der geräumten Problem-Hochhäuser im Wollepark gewohnt. Das teilte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Oldenburg, Torben Tölle, am Dienstag mit. „Die Frau war seit circa einer Woche obdachlos“, sagte der Staatsanwalt.

Die zwei heruntergekommenen Häuser waren am 1. November geräumt und verriegelt worden, die Stadt hatte die Gebäude wegen großer Mängel für unbewohnbar erklärt.

Zuvor war wegen nicht bezahlter Rechnungen zunächst das Wasser und später auch das Gas in den Häusern in einem Brennpunktviertel abgestellt worden.

Die 51-Jährige war am Samstag in einer Garage auf dem Gelände eines früheren Rangierbahnhofs in Delmenhorst tot entdeckt worden. Nach ersten Erkenntnissen wurde die Frau schwer misshandelt und starb daran. Hinweise auf ein Sexualverbrechen gibt es bisher nicht.

Nach dem Tod der Frau hatte die Polizei auch einen Verdächtigen festgenommen, der Verdacht gegen ihn habe sich jedoch nicht erhärtet, sagte eine Polizeisprecherin. Der Mann sei inzwischen wieder auf freiem Fuß. Die Polizei setzte eine Mordkommission ein, die die Hintergründe des Verbrechens aufklären soll.

Obdachlose Frauen sind nach Angaben von Wohnungsloseninitiativen besonders gefährdet, Opfer von Gewalt zu werden. Deshalb werden mehr Unterbringungsmöglichkeiten nur für Frauen gefordert. „Frauen haben in Notunterkünften, die mehrheitlich von Männern belegt sind, einen schweren Stand“, sagte Werena Rosenke von der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe. Deshalb würden Frauen solche Unterkünfte möglichst meiden.

„Frauen brauchen einen abgeschlossenen, männerfreien Raum“, betonte auch Katrin Kriesche-Radtke vom Tagesaufenthalt der Diakonie für Wohnungslose in Delmenhorst. In der Stadt gibt es nur eine Unterkunft für wohnungslose Männer. Die Diakonie müsse Frauen zum Ordnungsamt schicken, das diesen dann einen Platz vermittele. Auch für Frauen müsse es kurzfristige Übernachtungsmöglichkeiten geben, die schnell und unbürokratisch verfügbar seien, forderte Kriesche-Radtke.

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