Hannover /Oldenburg Niedersachsen hat die Corona-Regeln noch einmal verschärft – vor allem für Landkreise und Städte, die über den Grenzwerten liegen. In Hotspots mit besonders vielen Ansteckungen ähneln die Einschränkungen langsam wieder denen aus dem Frühjahr – und die Landesregierung stimmt auf einen „harten Winter“ ein. Denn das Virus greift immer schneller um sich.

Die neue Corona-Verordnung in Niedersachsen sieht ab Montag, 2. November, einschneidende Beschränkungen des öffentlichen und privaten Lebens vor, um die zweite Corona-Infektionswelle abzuflachen. Die achtseitige Verordnung bemüht sich um kompakte Regeln und klare Kriterien, etwa für den Schulbetrieb und gilt bis zum 30. November. Die wichtigsten Punkte:

Der Kreis Cloppenburg hat schärfere Corona-Regeln ab Sonntag angekündigt.

Das gilt auch für viele Kommunen im Nordwesten.

Kontaktbeschränkungen

Grundsätzlich gilt das Gebot, Kontakte außerhalb der Familie auf ein Minimum zu reduzieren, den Abstand einzuhalten und ansonsten eine Maske zu tragen. Private Reisen, Besuche und Tagesausflüge sollen vermieden werden. Außerhalb der eigenen Wohnung darf man sich mit maximal zehn Personen aus dem eigenen und einem anderen Hausstand aufhalten, wobei Kinder unter 12 Jahren nicht eingerechnet werden. Ausnahmen gibt es etwa für Gruppen von Kindern unter 12 oder bei der Berufsausübung. Freizeit- und Amateursport ist zu zweit oder mit Personen des eigenen Hausstandes erlaubt. In einer Privatwohnung dürfen sich maximal zehn Personen aus zwei Haushalten treffen, Kinder mit eingerechnet.

Maskenpflicht

Eine Maskenpflicht gilt unter anderem in allen geschlossenen Räumen, in Verkehrsmitteln, bei der Fahrschulausbildung und bei einer erhöhten Zahl von Corona-Infektionen unter freiem Himmel dort, wo sich viele Menschen bewegen, beispielsweise in Fußgängerzonen. Ausgenommen von der Maskenpflicht sind Veranstaltungen, bei denen alle Besucher sitzen oder etwa die Einzelausbildung in der Musikschule an einem Blasinstrument oder zum Gesang.

Veranstaltungen

Veranstaltungen im öffentlichen Raum sind bei sitzendem Publikum mit nicht mehr als 50 Besucherinnen und Besuchern zulässig. Veranstaltungen mit zeitweise stehendem Publikum können auf Antrag genehmigt werden. Religiöse Zusammenkünfte einschließlich Trauungen, Beerdigungen, Firmungen und ähnliches sind unabhängig von der Zahl der Teilnehmer zulässig, wenn es ein Hygienekonzept gibt.

Gastronomie und Freizeitbetriebe

Geschlossen werden sämtliche Gastronomiebetriebe, ausgenommen ist der Außer-Haus-Verkauf. Dicht machen müssen auch Theater, Museen, Opernhäuser und Büchereien ausschließlich der wissenschaftlichen Bibliotheken. Ebenfalls geschlossen bleiben müssen Kinos, Freizeitparks, Zoos, Messen, Spielhallen, Schwimmbäder, Saunen, Fitnessstudios und Sporteinrichtungen, Kosmetikstudios und Massagepraxen sowie Prostitutionsbetriebe. Geöffnet bleiben dürfen Friseure und medizinische Behandlungspraxen.

Schulen

In den Schulen soll der Präsenzbetrieb weitergehen, in den weiterführenden Schulen gilt in Corona-Hotspots künftig eine Maskenpflicht. In den Wechselbetrieb mit geteilten Klassen müssen Schulen künftig gehen, wenn der Inzidenzwert von 100 in der Region überschritten wurde und dort außerdem von den Behörden eine Infektionsschutzmaßnahme wie Quarantäne etwa für eine Klasse verordnet wurde.

Übernachtungen und Tourismus

Touristische Übernachtungen sind sowohl in Hotels, als auch auf Campingplätzen untersagt, ebenso wie touristische Bus-, Schiffs- oder Kutschfahrten. Touristen, die vor dem 2. November angereist sind, können ihren Urlaub in Niedersachsen aber noch beenden.

Auslandsreisen

Bei Auslandsreisen in Risikogebiete gilt weiterhin bei der Rückkehr eine Quarantänepflicht. Ausgenommen sind unter anderem Menschen, die beruflich kurzzeitig im Ausland sind oder Menschen, die sich dort weniger als 48 Stunden aufhalten.

Was bedeutet die Corona-Ampel?

Eine „Ampel“ in den Farben Grün, Gelb, Orange und Rot soll den örtlichen Behörden Orientierung geben, was das Infektionsgeschehen im Land und die dazugehörigen Maßnahmen angeht:

Szenario Grün: Vereinzelte Hotspots, etwa ein Pflegeheim, sowie die Durchsetzung der AHA-Grundregeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske).

Szenario Gelb: Erhöhtes Infektionsgeschehen, unterhalb der Grenze von 20 Infizierten pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Notwendig werden lageangepasste Maßnahmen vor Ort.

Szenario Orange: Starkes Infektionsgeschehen. Bei einer Zahl von 35 Infizierten pro 100.000 Einwohner gibt es Einschränkungen für Treffen und Veranstaltungen. 

Szenario Rot: Sehr starkes Infektionsgeschehen mit einer Inzidenz von 50 oder mehr pro Woche. Infizierte gibt es über die gesamte Fläche hinweg. Um die Überlastung von Krankenhaus-Kapazitäten zu verhindern, kommt es örtlich zum Shutdown. Im schlimmsten Fall sind auch Ausgangssperren und Quarantäne-Maßnahmen für Gruppen möglich.

NWZonline.de/gesundheit
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