IM NORDWESTEN Oldenburgs Polizeipräsident Hans-Jürgen Thurau spricht sich für zivile Hilfe aus. Diese erhöhe das „subjektive Sicherheitsgefühl“.

Von Thorsten Langenbahn

und unseren Agenturen IM NORDWESTEN - CDU-Pläne zur Einführung von Bürgerstreifen stoßen im Nordwesten auf geteiltes Echo. Oldenburgs Polizeipräsident Hans-Jürgen Thurau bewertet das Vorhaben grundsätzlich positiv. „Dadurch lässt sich das subjektive Sicherheitsgefühl erhöhen“, meint Thurau. Zugleich werde die Polizei entlastet. Das Konzept von Innenminister Uwe Schünemann (CDU) für den Einsatz von Bürgerstreifen wird vom Koalitionspartner FDP abgelehnt.

Die Aufgaben, die Bürgerstreifen übernehmen könnten, seien im Prinzip Ordnungsdienste, so Thurau. Ähnliches gebe es bereits in Osnabrück, wo Ordner im Auftrag der Stadt Platzverweise erteilen oder gegen Alkohol trinkende Jugendliche auf Kinderspielplätzen einschreiten könnten. Es gehe aber nicht darum, Bürgerstreifen Polizeiaufgaben zu übertragen, betont Thurau.

Dieser Meinung ist auch Sven Ambrosy, Landrat im Kreis Friesland. Allerdings sei die Situation auf dem Land mit einer „Kriminalitätsrate unter dem Landesdurchschnitt“ anders als in der Großstadt. Sein Ammerländer Kollege Jörg Bensberg sieht den Einsatz von Bürgerstreifen ebenfalls vornehmlich in Ballungsgebieten. Im ländlich strukturierten Raum „mit höherer Sozialkontrolle“ und einer „relativ moderaten Kriminalitätsrate“ gebe es dafür eher keine Notwendigkeit.

Auch Kai-Uwe Bielefeld, Landrat im Kreis Cuxhaven, meint: „Ich fühle mich bei unserer Polizei, so wie sie im Landkreis organisiert ist, sehr gut aufgehoben.“ Er setzt ohnehin auf „aufmerksame Bürger“. Zivilcourage statt Bürgerstreife heißt es auch bei der Stadt Delmenhorst. „Wir werden in naher Zukunft keinen eigenen kommunalen Streifendienst einführen“, erteilt Peter Betten, Leiter des Fachbereichs öffentliche Sicherheit, den Schünemann-Plänen eine Absage.

Wilhelmshavens Oberbürgermeister Eberhard Menzel ist zumindest gesprächsbereit: „Alles, was den subjektiven Begriff von Sicherheit erhöht, kann helfen.“ Allerdings müssten zunächst die Voraussetzungen und Bedingungen geklärt werden. Denkbar seien jedoch „Stadtlotsen“, die ihnen auffallende Dinge weitermelden.

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