München (dpa/tmn) - Für Fahrzeugschäden hat die Rechtsprechung den Grundsatz der sogenannten 130-Prozent-Regel entwickelt. Demnach darf ein Geschädigter den Schaden zu 130 Prozent des Wiederbeschaffungswertes abrechnen.

Liegen die Reparaturkosten darüber, wird auf Grundlage des Totalschadens erstattet. Diese Regelung gilt auch für Fahrräder. Diese hätten eine stetige technische Weiterentwicklung vollzogen.

Zu dieser Auffassung kam das Oberlandesgericht München in einem Urteil (Az.: 10 U 1885/18), über das die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) berichtet.

Ein Autofahrer verursachte einen Unfall mit einem Radler. Dieser machte für sein Rennrad mit Carbonrahmen Reparaturkosten von circa 3800 Euro geltend. Bei Gericht bezifferte ein Sachverständiger den Wiederbeschaffungswert allerdings nur mit 1450 Euro.

Die Grundsätze der 130-Prozent-Rechtsprechung für Kraftfahrzeuge gelten auch für Fahrräder, so das Gericht. Ein Geschädigter könnte die voraussichtlichen Reparaturkosten zuzüglich einer etwaigen Wertminderung erstattet verlangen - doch begrenzt auf die Summe des Wiederbeschaffungswerts von 130 Prozent.

Ansonsten handelt es sich um einen Totalschaden - wie in diesem Fall. Die Kosten der Reparatur überstiegen den Wiederbeschaffungswert deutlich. Der Kläger musste auf Basis des Totalschadens in Höhe des Wiederbeschaffungswertes abrechnen.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.