Normal einatmen im Stehen. Auf den Laut Ffffff… ausatmen bis es nicht mehr geht. Auf den Laut K einatmen. Das Zwerchfell ist leicht angespannt. So könnte eine klassische Atemübung aussehen, um sich auf das Blasen eines Jagdhornes vorzubereiten. Durch das richtige Atmen soll ein kontinuierlicher Luftstrom erzeugt werden, damit schöne Töne entstehen. Beim Erlernen des Spielens liegt die Hauptkonzentration auf der Atmung und der Lippenspannung. Gehe man jedoch zu verkopft an die Sache heran, könne einem genau dies anfangs zum Verhängnis werden und es würde kein Ton aus dem Horn kommen.

„Kinder, je jünger sie sind, setzen das Horn an und erzeugen meist direkt einen Ton. Im Gegensatz zu Erwachsenen denken sie nicht so sehr über die Theorie nach“, erzählt Michael Peißig, Leiter des Bläserkurses in Großenkneten. Dennoch könne jeder das Jagdhornblasen lernen und das innerhalb eines Jahres. Seit zehn Jahren ist er Mitglied der Landesjägerschaft Oldenburg-Delmenhorst. Vor fünf Jahren habe er sich überwiegend autodidaktisch das Jagdhornblasen beigebracht. Aus anfänglicher Neugier wurde eine große Leidenschaft.

Brauchtum und Kulturgut

Jagdhornblasen sei ein wichtiger Bestandteil des jagdlichen Brauchtums und ein altes Kulturgut, das auch im heutigen Jagdbetrieb gepflegt werde. Dies möchte Peißig in seinen Kursen vermitteln.

Am 17. Januar findet ein Grundkurs statt und jeder sei willkommen, ob Jung oder Alt, Jäger oder nicht Jäger. „Das Brauchtum des Jagdhornblasens soll nicht verloren gehen, es geht um die Freude am gemeinsamen Musizieren“, betont Pleißig. In 15 Unterrichtsstunden sollen Traditionelles, Aufbau und Funktion der wichtigsten Jagdhörner und vor allem die Notenkunde gelehrt werden. Wer die Noten beherrscht, könne überall auf der Welt Jagdsignale senden und mitmusizieren.

Denn nicht nur auf der Jagd werden die Klänge der Jagdhörner gerne gehört. In Deutschland gibt es rund 500 Bläsergruppen, die unter anderem in Altenheimen, auf Weihnachtsmärkten, in Kirchen, Messen und Stadtfesten auftreten.

„Notenkenntnisse sind unglaublich wichtig“, sagt Peißig. Jeder zukünftige Bläser erhält bereits im ersten Grundkurs ein kleines Büchlein, in dem offizielle Jagdsignale, die DJV-Bläserordnung (DJV = Deutscher Jagdverband) und Hinweise zu Wettbewerben im Jagdhornblasen stehen.

Eher ein männliches Hobby?

Verbinde man das Jagen doch überwiegend mit dem männlichen Geschlecht, so seien die Frauen beim Musizieren mit dem Jagdhorn keineswegs in der Unterzahl. Das Gegenteil sei der Fall und überdies würden Frauen sogar etwas besser spielen können – gefühlvoller.

Egal, ob Mann oder Frau, ein kleines, mittleres oder großes Horn, tiefe oder hohe Töne – „das Jagdhornblasen verbindet Alt und Jung, und das ist einfach fabelhaft.“

Anmeldungen bei Michael Peißig unter 0172-4242161

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