Lengerich Weiß und braun schmiegt sich die zartschmelzende ovale Oberfläche um den gelblichen Kern. Eingewickelt in hauchdünne Alufolie, von außen bunt bedruckt. Der Kern ist nicht gänzlich umschlossen, er hat Platz genug, so dass beim Schütteln ein Geräusch entsteht. Manch einer sagt, er könne so erkennen, was sich im Ei-Kern verbirgt. Doch aus gutem Grund verrät die Aufschrift nichts vom Geheimnis im Inneren: Kinder Überraschung steht in bunten Großbuchstaben auf dem Ei.

Deshalb wird es auch oft Überraschungsei oder Ü-Ei genannt. Ein sogenannter Schüttler ist Olaf Riesenbeck aus Lengerich nicht mehr. „Früher habe ich mithilfe des Schüttelns versucht herauszufinden, ob eine Figur oder ein Bausatz im Ei ist.“ Auch das Gewicht habe Aufschluss über den Inhalt gegeben. Statt Gemüse und Obst habe Riesenbeck die Schokoeier abgewogen und viele verwunderte Blicke geerntet. Mit circa 26 Gramm habe das Ei vermutlich eine Figur enthalten.

Erstes Ü-Ei in den 70er Jahren

1974 kam das erste Schokoladen-Ei der italienischen Firma Ferrero auf den Markt und lässt bis heute weltweit Kinderaugen strahlen.

In den 80ern habe der 43-jährige angefangen, Figuren aus dem Ü-Ei zu sammeln, verkaufte diese aber auch immer mal wieder. Schnell habe er gemerkt, dass sich damit gut Geld verdienen lässt und so habe er sein Taschengeld aufgebessert. „Mit 16 Jahren habe ich auf einem Flohmarkt 500 Euro eingenommen!“, erzählt Riesenbeck. „Mit Anfang 20 habe ich mir dann sogar mein erstes Auto vom Verkaufsgeld leisten können.“

Danach habe er viele Jahre nicht mehr gesammelt. Vor einem halben Jahr habe er seine Sammelleidenschaft jedoch wiederentdeckt.

Biene Maja, das Dschungelbuch und vor allem seine Lieblinge Pumuckl und die Schlümpfe sind Teil seiner Sammlung. In weniger als sechs Monaten wuchs die Armada auf rund 10.000 Figuren an. Wow! Überwiegend aus den 80- und 90ern. Diese würden ihn am besonders interessieren. In Euro seien das um die 8000 bis 10.000 Euro.

Figuren teilweise sehr wertvoll

Beim Wert der Figuren gehe es weniger darum, wie alt diese seien, viel entscheidender sei, wie häufig eine Figur insgesamt in einer Sammlung vorkommt. Je seltener sie vorkommen, desto höher ihr Wert. Und umgekehrt.

Der Stelzen-Schlumpf beispielsweise habe aktuell einen Wert von 900 Euro, der Sackhüpf-Schlumpf hingegen nur 5 Euro. Und woher weiß Olaf Riesenbeck das? Jedes Jahr erscheint ein Katalog, in dem alle Figuren aufgelistet sind.

Der Wert sei für den Hobby-Sammler aber gar nicht im Vordergrund. Er verkaufe zwar ab und an noch, möchte jedoch eine große Sammlung beibehalten. Für diese suche er nun vorrangig Schlümpfe und Pumuckl-Figuren. Aktuell würden sie noch im Keller lagern, ganz bald sollen Riesenbecks Lieblinge in einer Vitrine im Wohnzimmer stehen. „Ich finde die Figuren einfach niedlich und es macht großen Spaß, sie zu sammeln, zu tauschen oder auch anzukaufen und selbst zu verkaufen.“

Wer noch Figuren aus den 80er- und 90er-Jahren, insbesondere Schlümpfe und Pumuckl, hat und Lust, diese zu verkaufen oder zu tauschen, melde sich telefonisch unter 0176/61059194.

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