BERLIN Kinder lieben Spirelli mit Tomatensoße, Feinschmecker Fusilli mit Trüffeln. Tester der Stiftung Warentest aber essen Spiralen pur („test“, 4/11). Nicht mal Salz im Kochwasser gönnen sie sich – das könnte schon kleine geschmackliche Fehler überdecken. Unter diesen Bedingungen konnte von 25 Marken Spiralnudeln (Bild), darunter Hartweizen-, Eier- und Vollkornteigwaren, nur eine vollends überzeugen: Buitoni.

Die in Italien hergestellten Buitoni Eliche (sprich „Elike“) – zu deutsch „Propeller“ – für 1,29 Euro pro 500 Gramm waren nicht nur makellos in Aussehen, Geruch, Geschmack und Mundgefühl, sondern dazu noch aromatisch. Auch was Keime, Schadstoffe und Verpackung betrifft, hatten die Tester kaum etwas zu kritisieren.

Damit lässt die Nestlé-Marke Buitoni die anderen beiden Großen im Pastageschäft hinter sich: Birkel und Barilla. Barilla landet im Test bei befrie- digend. Birkel punktet immerhin mit den guten Eierspiralen 7 Hühnchen. Aber auch die befriedigenden 3 Glocken Spiralen gehören zum deutschen Nudelhersteller Birkel.

In den Alnatura-Bio-Spirelli und den Rossmann Bio Vollkorn-Spirelli wiesen die Warentester das Schimmelpilzgift Deoxynivalenol (DON) nach – und zwar deutlich über dem gesetzlich zulässigen Höchstgehalt. Die Spirelli waren nicht verkehrsfähig und damit mangelhaft. DON wird von Pilzen der Gattung Fusarium gebildet. Diese befallen das Getreide, insbesondere Hartweizen, auf dem Feld und vermehren sich bei feuchter Witterung.

Als gesundheitlich tolerierbar gilt ein Mi­krogramm DON pro Kilo Körpergewicht und Tag. Mit einer Portion Rossmann- oder Alnatura-Nudeln, die roh 100 Gramm wiegt, überschreitet ein 60 Kilo schwerer Mensch diese Menge um die Hälfte. Bei Zwei- bis Fünfjährigen wären täglich schon 20 Gramm dieser Nudeln zu viel. Dennoch: Gelegentliche Überschreitungen der tolerierbaren Menge führen nicht zu akuten Vergiftungen oder Schädigungen des Immunsystems.

Die Anbieter reagierten auf die Testergebnisse: Rossmann stoppte den Verkauf der betroffenen Nudeln sofort. Alnatura rief restliche Packungen aus dem Handel zurück und bot an, betroffene Packungen zu ersetzen.

Spiralnudeln liegt ein simples Rezept zugrunde: Nur Wasser, Weizen und zuweilen Ei kommen in den Teig – mehr nicht. Doch nicht allen Herstellern gelingen gute Spiralen. Manche brechen, schmecken leicht metallisch oder fade. Mitunter führen Risse dazu, dass sich die Spiralform beim Kochen auflöst. Dabei ist es den Windungen zu verdanken, dass die Nudel perfekt Soße aufnimmt.

Mit der falschen Kochzeit kann die beste Nudel noch hart oder schon zerkocht sein. Doch wann sind Nudeln „al dente“? Die Nudeltester haben sie so lange gekocht, bis nur noch der Kern sehr leicht bissfest war. Die Zeit stimmte meist mit der angegeben Kochzeit überein. Am längsten brauchten die Riesa Fitmacher Eierspiralen mit 14,5 Minuten. Am schnellsten ging es bei 3 Glocken mit 5,5 Minuten.

   Die besten Hartweizennudeln und knapper Gesamttestsieger (4/11) sind die aromatischen Buitoni Eliche für 1,29 Euro pro 500 Gramm. Sie kosten allerdings dreimal so viel wie gute Hartweizenspiralen vom Discounter: Die Fusilli Mamma Gina von Netto Markendiscount sind die besten günstigen (0,39 Euro). Die besten Eierteigwaren sind die guten Spiralen von Rewe (1,09 Euro).

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