Berlin Mit dem richtigen Tropfen Sekt lässt sich doppelt gut feiern. Welcher ist sein Geld wert und bietet viel Genuss? Im Test der Stiftung Warentest stehen 21 häufig gekaufte Marken: darunter Marktführer Rotkäppchen, anspruchsvolle wie Krimsekt und Menger Krug sowie Discounterware. Fazit: Ein guter Sekt muss nicht teuer sein. Doch es lohnt sich auch, für manche tiefer in die Tasche zu greifen („test“, 12/17).

Muffiger Geschmack

Fünf geschulte Verkoster prüften die 21 Sektmarken auf Aussehen, Geruch, Geschmack und Nachgeschmack. Steigen feine Perlenschnüre nach oben? Entfaltet sich ein fruchtiges Bouquet? Sind Süße und Säure im Mund ausgewogen? Auf eine einfache Formel – teuer gleich exquisit, günstig gleich miserabel – kamen sie nicht. Die Noten für die Verkostung reichen von sehr gut bis mangelhaft. Gesamtnoten, mit denen Anbieter werben könnten, vergibt die Stiftung Warentest für alkoholische Getränke wie Sekt nicht.

Ein hoher Preis oder Bekanntheitsgrad stehen nicht in jedem Fall für hohen Genuss: Es gibt bekannte Marken, die enttäuschten, etwa weil sie leicht muffig rochen, schmeckten oder eine unsaubere Note hatten. Einige Tropfen vom Discounter entpuppten sich dagegen als überraschend gut: Sie sind bereits ab 2,79 Euro pro 0,75-Liter-Flasche zu haben.

Auch Weinkenner dürften auf ihre Kosten kommen: Unter den Siegern in der Verkostung, die die Note sehr gut verdienten, gibt es mehrere Rebsortensekte aus traditioneller Flaschengärung. Bei dieser aufwendigen Herstellungsart finden alle Produktionsschritte in ein- und derselben Flasche statt. Die fünf sensorisch Besten kosten etwa 7 bis 14 Euro.

Am besten schneidet Schlumberger für 14 Euro ab. Kaum schlechter in der Sensorik, aber mit 6,75 Euro nur halb so teuer ist der Preis-Leistungs-Sieger Brut Dargent, der in vielen Supermärkten zu finden ist. Auch Fürst von Metternich (9 Euro) und Menger Krug(14 Euro) sind jeweils sensorisch sehr gut.

Die Alternative zur traditionellen Flaschengärung ist die Gärung im Tank. Dabei werden in Großbehältern aus Edelstahl meist Weinmischungen vergoren, die den Geschmack vieler treffen und nicht die Welt kosten. Die Tankgärung ist schnell, effizient und kostengünstig. Im Test überzeugen drei günstige Sektmarken aus dem Tank, die für weniger als 4 Euro zu haben sind. Sie bieten ein rundes, stimmiges Aromaprofil. Es sind Auerbach Trocken von Aldi Süd, Rotkäppchen Halbtrocken, Söhnlein Brillant Trocken und Stolzenfelz trocken von Aldi Nord.

Druck in der Flasche

Ein etwas teurerer Rieslingsekt im Test beweist zudem, dass auch Tankware etwas Besonderes sein kann – auch er erhielt ein Sehr gut in der Verkostung. Ausschlaggebend für die Qualität des Sekts ist in erster Linie die Weinmischung, die der Vergärung zugrunde liegt, nicht die Herstellungsart.

Alle 21 Produkte nennen sich „Qualitätsschaumwein“. Das ist ein Synonym für Sekt, der im Gegensatz zu einfachem Schaumwein wie Spumante ein zweites Mal vergoren wird. Das EU-Recht stellt an Qualitätsschaumwein Anforderungen, etwa soll der Druck in der Flasche über 3,5 bar liegen.

->  Sieger in der Verkostung ist der intensiv-fruchtige Schlumberger aus Österreich. Der Brut-Sekt wird in der Flasche vergoren und kostet 14 Euro pro 0,75 Liter. Zwei geschmacklich sehr gute Sekte kosten weniger als 10 Euro: Brut Dargent (6,75 Euro) und der trockene Fürst von Metternich (9 Euro). Günstiger und gut im Geschmack sind die trockenen Aldi Süd Auerbach (2,79 Euro) und Söhnlein Brillant (3,90 Euro) sowie der halbtrockene Rotkäppchen (3,95 Euro).

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